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 London, Übungshof, 6. März 1895 Abbygale, Danforth & Jane (Quentin)

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Laura
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BeitragThema: London, Übungshof, 6. März 1895 Abbygale, Danforth & Jane (Quentin)   Mo Sep 04, 2017 8:50 pm

Die Farm, die Annabelle genannt hatte befand sich am südlichen Stadtrand. Die Droschke trug Abbygale, Quentin und den Reverend schnell durch Lewisham bis die engen Häuserfronten sich öffneten und von Feldern und Höfen abgelöst wurden.
Die Farm von Robert Connell, Annabelles Kontaktmann hatte schon bessere Tage gesehen. Sie bestand aus einem unauffälligen Bauernhaus, einigen Ställen sowie einer großen, dunklen Scheune.

Der Reverend kletterte etwas steif aus der Kutsche, drückte dem Kutscher ein paar Pennies in die Hand und verabschiedete ihn mit einem Kopfnicken. Aus einem der Ställe trat ein älterer Mann hervor und musterte sie über den Hof hinweg. Er nickte ihnen wortlos zu, dann verschwand er wieder.
Danforth warf seinen Begleitern einen Blick zu. “Ich denke, das war alles was wir von Mr. Connell heute zu sehen bekommen. Er ist anscheinend ein alter Bekannter von Annabelle und er hat sein Hof wohl schon öfter den Rippers zur Verfügung gestellt. Was genau wir hier machen, weiß er nicht so lange er im Gegenzug regelmäßig ein paar Münzen bekommt.”

“Was der sich so alles vorstellen muss was hier passiert...” murmelte Abbygale während sie sich etwas zerknirscht aus der Droschke schob und nicht all zu elegant den festen Boden wieder betrat. Sie war während der Fahrt kurz weggenickt das aufgeschlagene buch noch in der Hand.
Sich minimal zurecht rückend beim wachwerden ging Abby voran in richtung der Scheune die dunkel und bedrohlich wirkte im kontrast zu dem sonst so trockenem und hellen Tag.

Quentin war der letzte der aus der Kutsche ausstieg. Der Blick seiner grauen Augen folgte dem unauffälligem Herrn, der sich gleich wieder aus dem Staub machte. Es war ein sonniger, wenn auch kalter Tag. Vielleicht lag schon ein Hauch von Frühling in der Luft.
Schweigend lenkte Quentin seine Schritte zu dem kleinen Bauernhaus und blieb davor stehen.

“Und keine neugierigen Nachbarn?”, fragte er dann, wobei er dem Reverend einen zweifelnden Blick zuwarf. “Wir sind ja an einigen dieser Gehöfte vorbeigekommen.”

“Nicht, dass ich wüsste. Es ist schließlich nicht so, dass hier täglich eigenartige Gestalten ein und aus gehen und fremtartige Praktiken vollziehen. So lange wir uns in der Scheune aufhalten und nicht zu viel Aufruhr machen, müssen wir uns keine Sorgen machen.”

“Wenn Sie das sagen, wird es wohl stimmen”, antwortete Quentin während er einige Efeuranken an der Dachkante betrachtete. Aber er klang nicht überzeugt.

“Wir sind hier immer noch an London, im gegensatz zu weit draussen im Land gibt es dinge die so interessant sind wie wir in der Scheune. Ein Dorf wäre da gefährlicher. plauderte Abbygale auf dem Weg in die Scheune. Und Wartete bis die beiden Herren hinter ihr drinnen standen und schob mit einem für sie nicht unwesentlichen Kraftakt die Scheunentüren wieder zu. Und wand sich mit Einer Bewegung die viel zu schnell ein ich habe euch in der Falle signaliesiern könnte wider den herren zu.
“Ich würde gerne etwas ausreizen was meine Fähigkeiten angeht bevor wir uns dem Kampf thema zuwenden…”

Danforth betrat die alte Scheune und blickte sich um. Dünne Lichtbündel fielen durch kleine Fenster weiter oben und durch Lücken zwischen den Dachschindeln. Das große Gebäude erinnerte an eine Zeit, in der dieser Hof wohl deutlich ertragreicher gewesen war. In einer Ecke stand ein Leiterwagen mit Achsenbruch, der scheinbar schon seit Jahrzehnten nicht bewegt worden war. Daneben parkten noch ein paar kleinere landwirtschaftliche Geräte, die zwar öfter benutzt wurden aber sich in einem kaum besseren Zustand befanden. Eine morsche Leiter führte nach oben auf den Heuboden. Auf der Anderen Seite lag ein großer zerzauster Strohhaufen.

“Ich glaube fürs erste ist das ein aktzeptabler Übungsplatz. Was genau haben Sie nun im Sinn, Miss O’Sheehan?”, frage der Reverend, während er die Umgebung begutachtete.

Ohne ein weiteres Wort folgte Quentin den beiden anderen. Der Reverend ging stets so langsam, dass es leicht war zu ihm aufzuschließen. Als er an Miss O’Sheehan vorbei die Scheune betrat, blinzelte Quentin einige Male bis er sich an das schummrige Dämmerlicht gewöhnt hatte. Der Geruch von frischem Holz mischte sich mit dem des hier und da leicht modrigen Holzes.

Quentin machte ein paar Schritte in die Scheune hinein um sich besser umsehen zu können, warf Miss O’Sheehan dabei aber einen auffordernden Blick zu, ein zaghaftes Lächeln auf den Lippen.

Mit unerlaubt guter Laune bugsierte Abby die Herren in die Nähe des Aufschtieges zum Heuboden.
“ich will sehen wie viele ich … naja gleichzeitig da hoch kriegen kann.” Rief sie schon halb zu als Sie selber ohne zu zögern die kleine alte leiter hochstieg um oben 2 der Heuballen zu nehmen. Beinahe hätte sie ihn runtergeworfen ohne auf die Herren zu achten. “Oh.. äh währen sie so gut 2 Schritte zur Seite zu machen?”

Danforth machte eilends einige Schritte zur Scheunenwand und lehnte sich an eine alte Werkbank.

“Keine Sorge, wir sind aus dem Weg”, rief Quentin, der unter dem Zwischenboden stand.

Kaum war auch Mr. Finnigean aus ihrem Sichtfeld getreten ließ sie den Ballen den sie in der Hand hatte auch bereits Fallen. 2 Weitere Ballen folgten bevor sie schließlich selber folgte und dabei den kurzen weg bevorzugt und sich von der Seite herunterhängen ließ um sich aus der verkürzten höhe fallen zu lassen.
Wieder Aufgerichtet mit dem blick nach oben: ”Ich will mal sehen ob ich uns alle 3 sogar da hoch bekomme…”

Der Reverend hob eine Augenbraue, dann hob er beschwichtigend die freie Hand. “Nun, ich begrüße Ihren Eifer, Miss O’Sheehan, aber ich glaube wir sollten hier Eins nach dem Anderen angehen. Zeiten Sie uns erst einmal, was sie bis jetzt können.”

“Verdammt nochmal richtig”, murmelte Quentin leise.


Innerhalb der dunklen scheune zog ein leichter wind aus der neben Abbygale das heu herum wirbelte. woraufhin auch Abbygale mit einem sehr konzentrierten Gesichtsausdruck den Boden Halt verlor und mit einem langsamen bewegung wie einem sehr langsamen schritt wieder auf den Heuboden schwebte und dort vorsichtig landete.
während man sehen konnte wie der unnatürliche Wind der das heu in die Luft befördert hatte nachließ Drehte Abbygale sich mit Leuchtenden Augen um. Dabei gantz Show Mensch und untermalte ihren triumph mit einer geste die eine verbeugung von da oben angedeutet.
“Das klappt bisher ganz gut, aber ich muss wissen wie viel ich kann wenn es eine extremere situation ist. Es wird sicherlich nicht immer eine einsame Scheune mit Freunden sein in der ich das hier nutze.”

Als Abbygale ins Leere trat riss Danforth sichtlich erstaunt die Augenbrauen empor, doch ebenso schnell wie seine Überraschung gekommen war, fing er sich wieder. Gebannt folge er Abbygales Schauspiel. Ohne, dass er es bewusst wahrnahm verkrampfte sich seine rechte Hand um den Griff seines Stockes, sodass seine Fingerknöchel weiß hervortraten. Erst als Abbygale sicher gelandet war, entspannte er sich wieder. So schnell er konnte ohne hektisch zu wirken schritt er zu ihr hin.
“Tatsächlich, ich hätte es kaum für möglich gehalten!” verkündete er mit lauter Stimme, doch sein Blick wurde schnell wieder ernst. “Wie fühlen Sie sich?” Er musterte ihr Gesicht und untersuchte die Augen der Dame auf ungewöhnliche Bewegung. “Schwindel? Schwäche? Übelkeit?” Beinahe hätte er nach ihrer Hand gegriffen, um ihre Temperatur zu fühlen.

Quentin war mit einem neugierigen Blick unter dem Boden hervorgetreten als sich die Spitzen der blank polierten Damenstiefel in die Luft hoben. Eine Falte bildete sich zwischen seinen Augenbrauen, während er Miss O’Sheehan nicht aus den Augen ließ. Er hatte die rechte Hand ein wenig gehoben, fast als wolle er sich eine Strähne hinter das Ohr streichen. Mittel- und Zeigefinger waren Zentimeter von Quentins Schläfe entspannt.

Erst als die Damen sicher gelandet war, ließ Quentin seinen Arm wieder sinken und trat einen Schritt zurück um dem Reverend Platz zu machen.

Mit kindlicher Freude ging Abbygale auf ihre Knie um mit den Herren unter sich etwa besser reden zu können. Einer der Momente wo einem wider auffallen konnte das die Dame die so brav versuchte ernst und geheimnisvoll zu wirken als Hecate maximal 18 jahre sein mochte. “Es ist ziemlich anstrengend schwindel oder schwäche hatte ich aber beim fliegen bisher noch nie!…“ Etwas kleinlauter als sie die besorgten gesichter von unten auf sich wirken lassen hatte fügte sie hinzu. “Ich habe aber durchaus früher ja ab und zu diese Aussätzer gehabt die wohl damit zu tun haben könnten...”

Die Miene des Reverends entspannte sich etwas, doch die Besorgnis wollte nicht ganz von ihm weichen. Er lehnte seinen Stock gegen den Heuballen und reichte Abbygale die Hände. “Nun gut, dann kommen Sie erst einmal da herunter. Dann schauen wir mal, wie wir ihre Gabe auf die Probe stellen.”

Etwas stürmisch aber nicht völlig unvorsichtig ließ sich Abby helfen und machte einen kleinen satz wieder herunter direkt vor den Reverend in das sicherheits Stroh wo sie mit leicht geröteten wangen und immer noch nicht gebrochenen Optimissmuss Vorschlug:
“Ich würde gerne versuchen 2 Leute gleichzeitig fliegen zu lassen, danach können wir wenn alles gut geht auch gerne den rest der Zeit mit Kampf dingen verbringen”

Danforth konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. “Wir wollen mal nicht zu hastig sein. Es gibt viele Fragen, die wir vorher klären sollten. Zum Beispiel, wie schnell können Sie fliegen? Können Sie in der Luft stehen bleiben? Wie ist es mit Ablenkung, benötigen Sie Ihre gesamte Konzentration um zu schweben oder können Sie gleichzeitig andere komplizierte Tätigkeiten ausführen? Können Sie es blind? Nur um ein paar Beispiele zu nennen.” Um Abbygales Enthusiasmus nicht zu sehr zu dämpfen fügte er jedoch hinzu: “Aber wenn Sie tatsächlich auch andere Personen fliegen lassen könnten, wäre da natürlich sensationell.”

Abbygales Gesichtsausdruck war sehr vohersebar nachzuverfolgen wie sie ein wenig von dem leuchten in den Augen verlor als der Reverend sie an all das erinnerte was sie noch nicht wusste. Ganz langsam senkte sich der blick richtung Brust und nach und nach richtung Boden. bis sie bei dem zugeständnis dass auch die anzahl der Personen relevant sei wieder hoch schaute. Und sich fragend zu Quentin wand ob er darüber ähnlich dachte.

Quentin hatte das Gespräch der beiden aufmerksam verfolgt. Als Miss O’Sheehan sich an ihn wandte, nickte er langsam, so als wolle er sich eine kurze Bedenkzeit erbitten.
Er hob den Kopf, betrachtete die Strecke die ihre Begleiterin gerade auf so ungewöhnliche Weise zurückgelegt hatte.
“Sie haben beide Recht. Aber wenn Sie gestatten, ich halte etwas anderes für bedeutender. Miss O’Sheehan, wie oft können Sie das hier wiederholen ohne dass ihr Geist erschöpft?” Bei diesen Worten suchte er den Blick der Dame. Quentin sah ernst drein. Er hat ruhig gesprochen, beherrschter und weniger begeistert als der Reverend.

“Schwer zu sagen” überlegte Abby kurz- “Es ist schon seltsam raubend, ich denke aber mindestens einmal wie jetzt wenn ich nicht versuche es schneller hin zu kriegen - wahrscheinlich sogar 2 mal….” Sie merkte beim reden das sie immer noch nur knapp vor dem Reverend stand der ihr herunter geholfen hatte und wicht auf eine etwas nomahleren abstand zurück.”Vorausgesetzt ich habe keine längere Pause.”

Der Reverend fuhr sich übers Kinn und nahm seinen Stock wieder auf. “Hmm, das ist natürlich eine sehr wichtige Frage.” Er blickte nach oben zu dem Heuboden, von dem Abbygale heruntergeschwebt war. “Sagen Sie, wie genau machen Sie es eigentlich? Wie läuft das ab?”

Offen versuchen Abby zu formulieren was sich abspielte:
“Ganz verstehen tue ich es nicht…”
Sie setzte neu an nachdem sie ihr gewicht verlagert hatte. ”Aber es ist die Konzentration an dem Anderen Ort sein zu wollen. deshalb fällt mir das schweben auch bisher wesentlich schwerer. Am leichtesten ist es wenn ich etwas an diesem Ort tun will. Ich denke deshalb ist es mir in der Kirche auch gelungen um zu Mr. Mosely zu kommen.”

Quentin hatte damit begonnen ein wenig vor dem Tor der Scheune auf und ab zu gehen. Seine Schritte wirbelten kleine Staubwölckchen auf. Die linke Hand in der Westentasche drehte er sich schließlich wieder um.
“Wenn Sie meinen Rat hören wollen, wiederholen sie es gleich noch einmal und zwar unter den selben Bedingungen. Sie müssen wissen wie oft Sie es wiederholen können, wie schnell sich ihr Geist erholt.” Dann brach er ab. Ein Moment des Zögerns lag in der Luft. Quentin hatte den Blick auf seine Schuhe gesenkt und hob ihn er wieder als er weitersprach. “Meine”- er stockte erneut, so als wolle ihm das richtige Wort nicht einfallen. “Meine Kräfte erschöpfen den Geist. Wenn ich entspannt bin, erholen sie sich. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei Ihnen ähnlich ist.”

Ein vorsichtiger Blick wanderte von Abbys seite zwischen den beiden Herren mit sehr ungerührter Mine.

Danforth deutete mit der offenen Hand in Quentins Richtung und nickte. “Ich würde Ihnen dabei zustimmen, Mister Finnigan. Sie haben Erfahrung auf diesem Gebiet.”

Fast schon erschrocken schüttelte Quentin den Kopf. “So würde ich das nun nicht nennen, Reverend.”

“Mehr als ich haben Sie allemal, würde ich meinen. Zumindest was die Anwendung angeht,” erwiderte der Reverend in etwas versöhnlicherem Ton.

“Das kann mal wohl so sagen, auch wenn ich nicht durch die Luft schweben kann.”

Abby die zwischenzeitlich mit relativ ernster Miene dem Gespräch gefolgt war konnte nicht umhin bei dem thema fliegen wieder diesen naiv fröhlichen gesichtsausdruck zu bekommen.
“Nun gut dann reitze ich wohl nun erstmal meine Kräfte aus bis ich nicht mehr kann richtig?”

“Gut, seien Sie vorsichtig und sehen Sie, was Sie tun können.” Der Reverend trat wieder zurück an die Scheunenwand und beobachtete Abbygale sorgfältig.

Aufmunternd nickte Quentin zu Miss O’Sheehan hinüber, lehnte sich gegen die Wand und verschränkte erwartungsvoll die Arme vor der Brust.

Mit dieser erneut unerlaubt guten laune wand sich Abbygale wieder mit dem Blick zum heuboden hoch. Erneut wehte in kleinen böhen der Wind um Sie herum der Das Lohse Stroh und unangenehmen Staub im Raum verteilte. Und mit Langsamen federnden Schritt in der lehren ände erhoben um sich auszutarieren landete Sie auch dieses Mal wieder sicher und wohlbehalten auf dem hölzernen Heuboden.
Ein kleines fröhlichen quietschen entfuhr ihr bevor sie sich wieder zurück zum Boden wand.
Sie machte einen Langsamen Schritt nach hinten um Anlauf zu nehmen.
Und machte einen Satz in richtung den Strohs auf dem boden, der Zauber diesmal erst in der Luft entfaltend, kurz sah es aus als ob Sie nur ins Stroh springen würde bevor sich die Bewegung wieder verlangsamt hatte und Heu und Staub wirbelnd um sie herum sie wie eine Feder langsam sinken liessen. Fast hätte Mann meinen können dass in der Luft eine weitere Bewegung als die des Heus zu sehen gewesen wäre.
Das einzige Was sie davon abhielt zu grinsen muss der ganze Staub gewesen sein der ihr auch zusammen gekniffene Augen verpasst hatte. Als sie im Stroh aufkam liess sie sich sanft drauffallen so dass sie Wie in einem Bett Liegend auf kam.
“ich gebe zu das war Anstrengend” kicherte Sie völlig ausser atem und geröteten Gangen. Und blieb erstmal dort liegen.

“Mir scheint, Sie haben den Dreh raus,” rief Danforth ihr zu. “Aber ich würde trotzdem weiterhin zu Vorsicht raten. Übertreiben Sie es nicht.” Er machte ein paar gemächliche Schritte in Richtung des Heuballens.

“Ich werde mich zusammenreißen es nicht leichtfertig zu nutzen oder etwas oder schlimmer jemanden zu riskieren” beteuerte Abby ernst. Und versuchte sowas wie haltung herzustellen.
Immer noch im Heu richtete Sie sich halb auf wobei sie ihr bestes tat den Hut zu lösen der sowieso unrettbar verrutscht war und nahm die Hutnadeln raus um ihn erneut platzieren zu können.
“Also das hier kann ich auf keinen Fall widerholen fürs erste. Aber es bleiben noch Grundlagen für den Kampf… Ich schätze mal die werde ich auch brauchen.” Sinnierte sie die Hutnadeln noch in der Hand.

Der Reverend nickte nachdenklich. “Gut, das will ich hoffen. Sie erscheinen mir nicht wie jemand, der diese Fähigkeit für negative Dinge einsetzt, aber passen Sie auf, dass Sie sich nicht zu sehr in Schwärmereien verlieren.” Er machte eine Pause. “Wie fühlen Sie sich nach dieser zweiten Runde?”

Wie der Reverend hatte auch Quentin Miss O’Sheehan bei ihrem erneuten Vorstoß in magisches Gebiet nicht aus den Augen gelassen. Ruhig war er an seinem Platz an der Wand geblieben. Nur als sie den unvorhergesehenen Sprung gewagt hatte, war Quentin rasch einen halben Schritt nach vorne getreten. Da hatte sich die Dame aber auch schon wieder gefangen. Abermals lag dieser seltsame Wind in der Luft der aus dem Nichts zu kommen schien und so hatte Quentins Gesicht sich wieder beruhigt. Er war geblieben wo er war, die Augen fest auf den Heuballen gerichtet. Doch nun lag ein eigentümlicher Ausdruck auf seinem Gesicht. Für einen kurzen Moment stand eine unausgesprochene Sehnsucht in seinem Blick, die aber rasch wieder verschwand.

Stampfend richtete Abbygale sich wieder auf ”… Ich glaub am ehesten kann ich es mit einer sehr langen Prüfung aus der Schule vergleichen.” Sie versuchte sich so viel Stroh wie möglich wieder abklopfen. “Bloss viel schneller und intensiver.- Körperlich geht es mir eigentlich gut.” Sie machte einen beherzten Schritt aus dem Stroh hinaus, immer noch viele Halme an der wenigstens einfacheren Reisekleidung. “Wie wenn man eine sehr lange Englisch oder mathe arbeit macht, sich so intensiv zu konzentrieren ist … anders anstrengend”

“Rein psychische Anstrengung also…” der Reverend fuhr sich grüblerisch übers Kinn. “Dann wird man es wohl durch geistige Ertüchtigung auch trainieren können. Gebet, Meditation, wissenschaftliche Recherche. Mister Finnigan, was meinen Sie?”

Quentin räusperte sich kurz. “Ich weiß es nicht, wie ich bereits sagte, ich glaube nicht, dass Miss O’Sheehans Fähigkeiten und meine den gleichen Ursprung haben.” Mit einer nachdenklichen Miene kam er zu den anderen beiden herüber. Zwischen seinen Brauen hatte sich eine tiefe Falte gebildet. “Es ist jedenfalls erstaunlich, dass sie so rasch gelernt haben es zu kontrollieren. Die Art wie diese Fähigkeiten sich offenbart haben, unterscheidet sich vollkommen von meinen eigenen Erfahrungen.”

Danforth runzelte die Stirn und sah Quentin mit kritischen Augen an. “Nicht den gleichen Ursprung sagen Sie? Was meinen Sie damit?”

Abby schaute auch sehr Fragend in die Runde. “Was sind den Ursprünge, solcher Fähigkeiten?”

“Ursprung ist vielleicht das falsche Wort. Sie sind sehr unterschiedlicher Natur. Miss O’Sheehan hat Ihre Fähigkeiten vor ein paar Tagen entdeckt als sie in einer bedrohlichen Situation war. Ich hingegen-” Quentin legte eine kaum merkliche Pause ein ehe er weitersprach. “Ich war acht Jahre. Der Auslöser scheint mir ähnlich. Aber daher fällt es mir schwer von meiner eigenen Erfahrung auf die Ihre zu schließen.”

Was ist ihnen den damals passiert” fragte Abby vorsichtig.mit einem Blick der verraten konnte dass sie nicht ohne weiteres locker lassen würde

Seltsamerweise breitete sich auf Quentins Gesicht ein unbeschwertes Lächeln aus. “Ich bin beim Balancieren vom Dachfirst des Schulhauses gefallen.”

“... Und seid dem sind sie magisch?” fragte Abbygale mit der erhobenen Augenbraue des argwohns.

Quentin erwiderte ihren Blick ungerührt, doch das Lächeln der Erinnerung war verschwunden. “Ich glaube nicht, dass es so einfach ist. Aber das war das erste Mal, dass sich eine meiner Fähigkeiten gezeigt hat. Danach geschah es immer wieder und es hat lange gedauert bis ich sie kontrollieren konnte. Sie willentlich einsetzen, ohne dass sie sich instinktiv einen Weg suchen wenn ich Angst habe oder ein ähnlich starkes Gefühl.”

Der Reverend hatte dem Gespräch aufmerksam zugehört und wandte sich nun mit kritischem Blick an Quentin. Sein Interesse war geweckt. “Ihre Fähigkeiten haben sich also ohne Ihr persönliches Wissen erstmalig manifestiert, interessant. Wie ging es dann weiter? Haben Sie aktiv versucht, Ihren Verstand in dieser Richtung zu schärfen und nach anderen Wirkungen gesucht? Oder kamen die auch eher von selbst?”
Quentins Blick wanderte kurz zum Knie des Reverends. Dann ging er zu der Bank hinüber die an einer der Wände stand und setzte sich, ehe er das Gespräch wieder aufnahm: “Zuerst natürlich nicht. Ich wusste ja kaum, dass etwas geschehen ist. Als ich anfing zu verstehen, was mit mir vor sich ging, war ich mehr erschrocken als alles anderes. Ich dachte wirklich ich sei vielleicht verrückt geworden.” Für einen Moment schwieg er, als würde er wieder nach den richtigen Worten suchen. “Es war damals eher wie ein Spiel - zu begreifen und es zu lernen, es willentlich zu kontrollieren. Und ich fürchte, dass meine Fähigkeiten vollkommen von meinem Verstand abhängig sind. Ich entdeckte wozu ich in der Lage war. Was dabei von selbst kam, kann ich nicht sagen. Mir kam es jedenfalls immer so vor. Bis zu diesem seltsamen Erlebnis mit Miss O’Sheehan. Die Berührung mit diesem Wesen hat irgendetwas ausgelöst. Als hätte ich eine Barriere durchbrochen von der ich nicht mal wusste, dass es sie gab.”

“Hmmm…” Der Reverend begann langsam entlang der Scheunenwand auf und ab zu gehen, sichtlich in Gedanken versunken. “Was sie berichten klingt gänzlich anders als die Erfahrungen, die ich bisher mit Magieanwendern gemacht habe…” Er grübelte und murmelte etwas vor sich hin. “Wissen Sie beide etwas über Ihre Eltern? Gibt es Charaktere in Ihrer Familiengeschichte, die bemerkenswert sind? Zum Guten wie zum Schlechten? Oder ist es tatsächlich Zufall? Würde Gott bei solchen Gaben tatsächlich Würfeln? Nein… Aber was sonst?” Die letzten Worte sprachen niemanden mehr direkt an, er war in seinen eigenen Überlegungen versunken.

Während Quentins ausführung hatte Abby etwas grüblerischer aus dem hohen Fenster gesehen und mit der Hand vorm mund nichts dazu gesagt. Sie Schien sich eher unsicher.
Offenbar war sie beim denken ähnlich gestrickt wie der Reverend auch sie blieb stehen und machte kurze schritte auf und ab in Quentins nähe, als sie so gut sie eben konnte versuchte dem Reverend zu antworten. “Meine Eltern erfreuen sich zu meinem Glück beide noch bester gesundheit, und ich habe noch 7 ältere Brüder, denen es allen mehr oder weniger gut geht. Meine Großeltern habe ich aber nicht mehr kennengelernt, die haben die Hungersnot leider nicht überstanden….” Bei einem Schritt nach hinten merkte sie noch an: “Ich könnte meine Eltern besuchen ob nach diesen Dingen zu fragen. ich war schon lange nicht mehr zuhause …”

Quentins Blick wanderte zwischen den beiden wieder hin und her, doch zur Antwort zuckte er nur mit den Schultern. “Mein Vater ist Anwalt, meine Mutter hat vor der Ehe meiner Eltern eine Zeit lang als Krankenschwester gearbeitet. Und meine Großeltern kamen aus Dublin herüber. Ich wüsste nichts besonderes - weder in die eine noch in die andere Richtung.”

“Meine Eltern haben einen Hof etwas nördlich von Dublin, aber bei 7 Söhnen war klar dass ich den nicht erben- und auch genügend meiner Brüder nicht,” Sie zuckte mit den Schultern: ”Und so ich bin mit etwa 13 Jahren über Umwege nach London gekommen. In einem so vollen Haus war wenig Zeit für all zu viel Familiengeschichte.”

“Reverend?”, Quentin sprach mit lauter, deutlicher Stimme um den Mann aus seinen Gedanken zu holen.

“Hm, Ja?” Der Mann blickte auf und wandte sich wieder den anderen Beiden zu. “Ihre Berichte geben uns fürs Erste keine eindeutigen Hinweise auf Ursachen für Ihre Fähigkeiten… aber vielleicht wird sich dieser Schleier noch lüften. Sie sind gesegnet und dafür wird es einen Grund geben. Aber diese Gaben befinden sich meiner Meinung nach in guten Händen.”

Abby wurde etwas steif wie sie einen sehr seltsam irritierten Blick Quentin zu. Offenbar verunsicherte sie die offen freundlich Annahme des Reverends sie sehr viel tiefer als es seine ursprüngliche Opposition es je getan hatte.

Quentin erwiderte den Blick des Reverends kurz und sah dann weg: Er beugte sich auf seinem Platz nach vorne und strich sich geistesabwesend durch das kurze haselnussbraune Haar. Als Quentin sich wieder aufrichtete, waren seine Augen eine Spur geweitet.
“Ich habe noch nie jemandem davon erzählt”, murmelte er ungewöhnlich leise.

Der Reverend wurde langsamer und hielt schließlich in seinem Lauf ganz inne. Argwöhnisch musterte er zunächst Abbygale, und ließ seinen Blick dann zu Quentin wandern. Langsam bewegte er sich auf den sitzenden Amerkaner zu. “Seien Sie-” Er stockte, auf der Suche nach den richtigen Worten. Seine Augen huschten kurz zu Abbygale, dann wandte er sich wieder an Quentin “Sie sind unter Vertrauten. Ihre Geschichte ist sicher hier.”

Abermals wandte Quentin seinen Blick ab. Zur Antwort nickte er seinen Schuhspitzen zu.

Abby wusste nicht ob sie etwas sagen solle und beließ es dann auch letztlich dabei Quentin die Hand auf die Schulter zu legen.

Sichtlich unschlüssig, wie er reagieren sollte, öffnete der Reverend erneut den Mund. “Nun denn… Sie meinten, sie wären nicht zu einer erneuten Übung im Stande, Miss O’Sheehan? Vielleicht wäre dies ein guter Moment, um die heutige Übung zu beenden und die weitere Untersuchung Ihrer Fähigkeiten in der Loge weiterzuführen?”

“Ich schätze ich werde von einem von ihnen noch etwas Kampf training brauchen. Aber ich glaube für heute ist die Droschke zur Loge genug.”
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