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 London, 28. Februar 1895 - Danforth & Jane (Quentin

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Laura
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BeitragThema: London, 28. Februar 1895 - Danforth & Jane (Quentin   Mo Sep 04, 2017 8:45 pm

Reverend Hiram Danforth stieg beschwerlich aus der Hansom Droschke, ein sichtlich schweres Paket unter dem Arm. Er drückte dem Kutscher ein paar Pence in die Hand. Dann verabschiedete er sich und stapfte über die Straße zu dem Haus, in den Mr. Finnigan untergekommen war.
Er klopfte und wenig später öffnete ihm die bekannte Haushälterin. Er grüßte höflich.
“Guten Tag, Madam. Ich möchte zu Mr. Finnigan, ist er gerade zugegen?”

Quentin schloss gerade seinen Reisekoffer und betrachtete die mittlerweile hinzugekommenen Habseligkeiten für die er eine neue Tasche benötigte, als ein Klopfen an der Zimmertür ihn herumfahren ließ.
“Ja, bitte?”, antwortete er mit einem freundlichen, aber ungeduldigem Ton.

“Mr Finnigan! Guten Tag, ich bins,” erklang die Stimme des Reverends von der anderen Seite der Tür.

Erleichterung spielte sich auf Quentins Züge ab als er die vertraute Stimme hörte. Mit schnellen Schritten ging er zur Tür hinüber und öffnete sie. “Gut, ich dachte schon, es wäre die Vermieterin. Die ist nämlich nicht gerade gut auf mich zu sprechen.” Er machte einen Schritt zur Seite um den Reverend hereinzulassen.

Danforth blickte sie kurz fragend an, hakte jedoch nicht nach. Er ließ sich etwas unsanft auf einen Stuhl fallen und streckte sein schmerzendes Knie. Das Paket legte er auf dem Tisch neben sich ab. Er seufzte kurz und blickte Quentin etwas entschuldigend an. “Verzeihen Sie, aber Treppen machen mir in letzter Zeit etwas mehr zu schaffen. Ich hoffe ich habe Sie nicht bei etwas wichtigem unterbrochen.”

Quentin schloss die Tür rasch hinter seinem Besuch. Zur Antwort schüttelte er den Kopf und deutete auf den geleerten Kleiderschrank und den geschlossenen Koffer. “Ich war gerade fast fertig mit packen wie sie sehen. Sie stören also keineswegs. Allerdings würde ich Ihnen davon abraten einen Tee zu trinken. Mein Frühstück heute morgen war unerklärlicherweise versalzen und ich weiß nicht, was die Dame sich noch hat einfallen lassen um ihrem Missfallen Nachdruck zu verleihen.”

“Sie ziehen aus? Es klingt ganz so, als wäre etwas ernstes vorgefallen zwischen Ihnen und ihrer Hauswirtin.” Der Reverend schaute etwas besorgt.

Quentin setzte sich mit einem leisen Seufzer an den Tisch. Er schüttelte den Kopf. “Nicht wirklich, aber ich habe vor mir eine langfristigere Bleibe zu suchen. Und zwar in einer besseren Gegend. Ich fürchte, das hat ihr nicht gefallen.” Sein Blick wanderte im Zimmer umher und blieb an dem Päckchen hängen. Lächelnd sah er auf. “Aber Sie sind nicht hier um sich das anzuhören, oder?”

Danforth seufzte. “Nein, da haben Sie recht.” Er reckte sich und rieb die Schulter, an der ihn vor wenigen Tagen das Schwert Ryans erwischt hatte. “Wie haben Sie die Vorfälle in der Kirche überstanden?”

Quentin verschränkte die Arme vor der Brust und runzelte ein wenig die Stirn. “Ich bin ohne einen Kratzer rausgekommen. Aber wenn Sie mich fragen, ob ich das was wir dort gesehen habe schon verarbeiten konnte-” Kopfschüttelnd brach er ab. “Es wird ein wenig länger dauern bis ich nachts wieder ruhig schlafen kann. Wobei ich zu beginnen glaube, dass eine Nacht ruhigen Schlafs wohl nicht zu dem zählt was Ripper häufig haben.”

Sein Gegenüber nickte verständnisvoll. “Die größten und heimtückischsten Gefahren, denen wir uns aussetzen müssen sind nicht die physischer Natur.” Er machte eine kurze Pause. ”Umso wichtiger ist es, dass wir uns ihnen stellen. Ich hatte schon befürchtet, dass Ryan Mark viel daran setzen würde, seine Rache umzusetzen, doch dass er soweit gehen würde…” Der Reverend schüttelte den Kopf, “Das hätte ich nicht gedacht.”

Jetzt war es an Quentin zu nicken. “Aber was wenn es anders herum gewesen ist, haben Sie daran schon einmal gedacht? Vielleicht verfiel er erst den Schatten und hat danach von all dem erfahren. Es sind jedenfalls seltsame Zufälle die Mr. Marks Schicksal bestimmt haben.”

“Je mehr wir über seine Vergangenheit in erfahrung bringen können, desto größer werden unsere Chancen sein, wenn wir ihn wieder auftreiben.” Er ballte eine Faust. “Auf der anderen Seite weiß er, dass wir ihm nun auf den Fersen sind und wird versuchen, jede Schwachstelle zu nutzen, die er bei uns finden kann.”

Fest erwiderte Quentin den Blick des Reverends. Er nickte wieder und erhob sich dann von dem Stuhl. Schweigend ging er zu einer der Kommoden hinüber. Als er sich wieder an den Tisch setzte, hielt er eine kleine Schachtel in der Hand. Auffordernd schob er sie Reverend Danforth zu. “Ich für meinen Teil habe nicht vor mich noch einmal so unvorbereitet erwischen zu lassen.”

Danforth nahm die Schachtel entgegen und öffnete sie. Er zog eine Augenbraue hoch und nickte anerkennend, als er die silbern glänzenden Patronen darin erkannte. “Nicht schlecht, nicht schlecht! Ich sehe, ihr Verstand legt selten eine Pause ein wenn es um das Vorantreiben unserer Sache geht. Und wenn ich das einmal sagen darf, in der Kirche haben Sie ihre Schießkunst eindrucksvoll zeigen können.” Er lächelte schief. “Ich selbst komme auch gerade von einem Schmied hier in der Nähe.” Der Reverend klopfte auf das Paket und blickte etwas verschwörerisch. “Kettenpanzer.”

Quentin lachte kurz auf. “In Wahrheit bin ich ein ausgesprochen mittelmäßiger Schütze, ich hatte nie viel Gelegenheit. Auch wenn man hier zu glauben scheint, jeder Amerikaner würde gleich nach dem Frühstück einen Indianer erschießen. Vermutlich hatte ich einfach nur Glück.”
Es gelang Quentin nur unzureichend seine Irritation zu verbergen. Mit gehobenen Brauen betrachtete er das schwere, in braunes Papier eingeschlagene Paket. Schweigend suchte er den Blick des Reverends. “Ist das nicht ein wenig - Verzeihung - antik?”

Der Reverend gluckste trocken. “Nun, da haben Sie wohl Recht. Doch zur Verteidigung gegen so antike Waffen wie Schwerter und Fangzähne scheint es doch immer noch die beste Option zu sein. Vergessen Sie nicht, wir führen keinen gewöhnlichen Krieg.” Er lehnte sich in seinen Stuhl zurück und betrachtete Quentin abschätzend. “Für den Kampf scheinen Sie ja gut gerüstet zu sein, doch... wie sieht es bei Ihnen mit dem seelischen Wohl aus?”

“Touché”, erwiderte Quentin und der Anflug eines bei ihm sehr seltenen Lächelns lag für einen kurzen Moment auf seinen ernsten Zügen. Aber es verschwand rasch. “Darüber würde ich mir kein Urteil anmaßen wollen.”

“Haben Sie noch einmal über unser Gespräch im Zug nachgedacht? Über Ihre Beichte?” Er machte eine kurze Pause. “Sie meinten damals, dass Sie sich zur Lüge gezwungen fühlten, da die Wahrheit Ihnen mehr Türen verschließe als sie öffnen würde.”

“Selbstverständlich”, Quentin blickte nachdenklich auf den Tisch. “Sie sagten, die Wahrheit wäre es wert, dass man den steinigen Pfad einschlägt. Etwas in der Richtung, nicht wahr? Ich nehme mein Seelenheil nicht auf die leichte Schulter, Reverend. Ja, ich habe über unser Gespräch nachgedacht.”

Danforth nickte langsam. “Hmm, ja… das ist gut. Doch ich muss eingestehen, dass ich mir ein wenig Sorgen mache. Sehen Sie, ich hatte Sie darum gebeten, das nächste mal einem Problem mit der Wahrheit zu begegnen, statt es durch elegante Lügengeschichten zu übergehen. Und trotzdem waren Sie sichtlich nervös, als ich mit den Mönchen von St George offen über unsere Beweggründe geredet habe.”

“Ich verstehe, was Sie meinen. Aber ich würde dem entgegen halten wollen, dass es sich nicht um eine elegante Lügengeschichte gehandelt hätte. Eine Lüge, keine Frage, da widerspreche ich Ihnen keinesfalls. Aber nehmen wir einmal an - was wir zu diesem Zeitpunkt noch taten - dass mehrere der dort Anwesenden eingeweiht gewesen wären. Wenn nicht Mr. Mark verantwortlich gewesen wäre, dann hätte man Mr. Moseleys Leben in noch größere Gefahr gebracht, wenn man die Verantwortlichen gewarnt hätte.” Quentins graue Augen waren fest auf das Gesicht des Reverends gerichtet. Er hatte seine linke Hand in seine Westentasche gleiten lassen und runzelte die Stirn. “Wenn ich also abwägen muss zwischen der Sünde einen Geistlichen zu belügen, Verzeihung Reverend, und dem Risiko einen Kameraden in Lebensgefahr zu bringen … da erscheint mir mein eigenes Übel kleiner.”

“Natürlich verstehe ich das Problem, doch trotzdem ist eine Lüge hier nicht die einzige Lösung.” Er seufzte. “Ich bin nicht leichtsinnig. Wir mussten davon ausgehen, dass uns diese Mönche jederzeit in den Rücken fallen könnten. Ich habe Ihnen gerade genug preisgegeben, dass sie uns Zutritt gewähren. Ich habe mich nicht auf den guten Willen verlassen, sondern bin mit Ihnen zusammen in die Kapelle gegangen um sie zu untersuchen ehe wir vom Abt näher befragt werden konnten.” Er machte eine Pause und blickte Quentin abschätzend an.

Quentin nickte langsam. “Sie haben mich gefragt, warum ich angesichts ihrer offenen Worte so nervös geworden bin. Ich hoffe, dass ich ihnen meine Gründe erklären konnte. Am Ende bin ich froh, dass es für Moseley gut ausgegangen ist.”

“Das ist sehr löblich. Doch ich fürchte, dass Sie Unehrlichkeit zu oft als einzigen Ausweg sehen. Was Sie sagen, ist dass Sie froh sind, dass wir Mosley trotz der Wahrheit retten konnten. Sie reden, als ob die Lüge eine effektive Lösungsstrategie ist, doch sie ist es nicht. Kein Problem kann durch eine Lüge gelöst werden, nur verschoben. Sie können es weit genug verschieben, dass die negativen Konsequenzen sie nicht mehr erreichen. Vielleicht, wenn Sie Glück haben. Doch viel öfter werden Sie finden, dass Sie zu weiteren Lügen gezwungen werden, um die Erste aufrecht erhalten zu können. Eine Lüge bedeutet gleichzeitig Angst; Angst vor der Wahrheit.”

Quentin schwieg während dieser kleinen Reden. Die linke Hand noch immer in seiner Westentasche hielt er den Blick auf den Reverend gerichtet. Als dieser geendet hatte, schüttelte Quentin leicht den Kopf. “Nein, das stimmt nicht Reverend. Ich würde nicht sagen, dass wir ihn trotz der Wahrheit retten konnten. Ich bin lediglich erleichtert, dass ihn diese nicht in größere Gefahr gebracht oder gar umgebracht hat. Trotzdem haben Sie mit dem was sie zum Schluss gesagt haben selbstverständlich Recht.”

Der Reverend behielt Quentins linke Hand im Augenwinkel und runzelte die Stirn. “Damit sagen Sie also, dass Sie die Wahrheit als Belastung ansehen. Etwas, dass es zu umgehen gilt.” Seine Gesichtszüge verhärteten sich etwas, seine Mundwinkel schoben sich nach unten. “Ich verstehe, dass die Wahrheit mit ihrer Finalität eine beängstigende Sache ist. Sie ist mächtig. Wissen in den Falschen Händen ist eine vernichtende Waffe. Doch sich ihr deswegen nicht zu stellen ist keine Lösung.”

Quentin legte den Kopf ein wenig schief. Für ein paar Sekunden musterte er den Reverend schweigend. “Sie wollen doch noch auf etwas anderes hinaus, oder?”

Der Reverend runzelte die Stirn. “Ich will in erster Linie, dass Sie lernen ehrlich durchs Leben zu gehen. Das heißt nicht, dass ich Ihnen Ihre Geheimnisse nehmen möchte. Wenn Sie nicht über Ihr magisches Talent reden wollen, dann werde ich Sie nicht dazu zwingen. Sie haben mich schließlich bereits gefragt ob magische Fähigkeiten auch gottgefällig sein können. Sie wurden Ihnen aus einem bestimmten Grund verliehen und sie sollten sich nicht für diese Gabe schämen.” Er machte eine Pause und seine Gesichtszüge entspannten sich. In einem freundlichen und beinahe schon fürsorglichen Ton fuhr er fort:
“Ich sage Ihnen deshalb das Gleiche was ich bereits zu Ms. O’Sheehan sagte: Nutzen Sie Ihre Fähigkeiten, um unseren Auftrag auf dieser Welt zu erfüllen und der Herr wird Sie segnen. Doch setzen Sie sie nicht zu ihrer eigenen persönlichen Bereicherung ein. Der Grat, auf dem Sie wandern, zwischen göttlichem Segen und teuflischer Verlockung ist schmal und ihr Gleichgewicht ist nicht so gut, wie sie denken. Wenn sie abrutschen, dann kann ich Ihnen nicht helfen.”

Bei diesen Worten entspannten sich Quentins Gesichtszüge. Er ließ die Hand wieder in seine Tasche gleiten und hörte offenbar aufmerksam zu. Als der Reverend geendet hatte, blickte Quentin wieder nachdenklich. “Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob magisch das richtige Wort für das ist was ich tun kann. Aber ich muss gestehen, dass mir kein besseres einfällt. Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung was ich bin. Das einzige was ich weiß ist, dass diese Fähigkeiten stärker geworden sind seit ich begonnen habe sie bewusst zu kontrollieren und einzusetzen.”

Ein versöhnliches Lächeln schlich über Danforths Mundwinkel. “Die Gaben des Herrn kommen in vielen Gestalten. Magie ist nur ein Wort. Lernen Sie, mit ihnen umzugehen. Sie haben die Kontrolle über diese Mächte, nicht umgekehrt. Doch ich bin mir sicher, dass Sie damit zurecht kommen werden."

Quentin nickte kurz. “Das denke ich auch. Trotzdem wüsste ich gerne was ich bin. Bisher bin ich allerdings noch nicht sehr weit gekommen. Was Miss O’Sheehan angeht - ich weiß nicht, ob es das selbe ist. Ich glaube es nicht, aber das ist bloß eine Vermutung.”

Danforth blickte zustimmend. “Das wird erst die Zeit weisen. Doch dieses Wissen wird uns sehr nützlich sein. Wenn Sie Ihre Fähigkeiten verstehen, werden Sie uns auch dabei helfen können, Gegner mit ähnlichen Talenten effektiver zu kontern.”

“Oh, ich verstehe was ich tun kann. Ich kann es kontrollieren, auch wenn ich es Jahre lang nicht wirklich eingesetzt habe.” Quentin zuckte mit den Schultern. “Es ist wie Sie sagen, eine Frage der Zeit.”

“Nun gut, ich freue mich, dass wir uns verstehen.” Der Reverend nickte und blickte Quentin mit durchdringenden Augen an. Dann stemmte er sich an seinem Stock in die Höhe. “Ich danke Ihnen für Ihre Zeit.” Er richtete sich auf und hievte sein Paket vom Tisch.” Dann wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Tag. Wissen Sie schon, wo Sie hinziehen wollen?”
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