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 Abby & Jane, Überfahrt nach London

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Laura
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BeitragThema: Abby & Jane, Überfahrt nach London   Do März 01, 2018 8:48 pm

Überfahrt, Alexandria - London 5. Tag

Jane fluchte leise als sie sich zum wiederholten Male mit der spitzen Nadel in den Finger stach. Das Schiff hatte gerade einen kleinen, merklichen Hüpfer gemacht. Wie häufig in den letzten Tagen war Jane ein wenig bleich. Bei der Bewegung des Schiffes verzog sie sichtbar das Gesicht. Sie war gerade dabei ein Loch in dem leinernen Überwurf zu flicken den sie in der Bibliothek des Lichts getragen hatte. Das gute Stück hatte einige Risse bekommen. Seufzend legte Jane die verhasste Arbeit bei seite und stand auf. “Stört es dich, wenn ich das Fenster wenigstens kurz einmal öffne?”, fragte sie hoffnungsvoll und sah zu Abby hinüber.

“Nur zu”
Abby lag auf dem Bett und versuchte etwas vergebens die handschrift in alt Griechisch zu entziffern… “Ich will meine groschenromane seufzte sie aufgebend.”

Erleichtert stieß Jane das Fenster auf. Sie nahm ein paar Atemzüge und presste die Hand auf ihren Magen.

“Wie kannst du überhaupt lesen?”, fragte sie stirnrunzelnd. “Mir wird schlecht, wenn ich ein Buch nur ansehe.”

“Lesen ist eine eigen Welt i der ich nt auf dem Schiff bin….”

“Beneidenswert”, murmelte Jane und setzte sich wieder auf ihren Stuhl. Ihr Blick fiel wieder auf Abby. Einen Moment schwieg Jane, die Stirn in nachdenkliche Falten gelegt. Dann griff sie wieder nach der halb vollendeten Arbeit und sagte: “Hast du schon irgendwelche Pläne? Ich meine, was willst du tun, wenn wir in London sind?”

“Abgesehn von der Arbeit?”
Das Antike Pergament wurde vorsichtig wieder zur seite gelegt.

Jane nickte. “Abgesehen davon.”

“Die Sesason habe ich offiziell verpasst. Aber Aus dem Haus kommen wäre wohl trotzdem eine schöne alternative….Und definitiv besuch bei der Familie.”

“Gott, darum beneide ich dich auch”, sagte Jane kopfschüttelnd. Sie machte eine kleine Pause und fuhr dann mit unbeschwertem Tonfall fort. “Hab ich dir eigentlich je von meinen Schwestern erzählt?”

“Noch nie.” Statuierte Abby trocken.

“Wir waren vier Mädchen. Als wir noch Kinder waren, war meine Schwester Mary immer die Vernünftige”, Jane schmunzelte. “Oh, sie hat einfach alles richtig gemacht. Es war kaum auszuhalten. Mit fünfzehn hat Mary sich dann mit unserem Cousin verlobt und ihn geheiratet. Unsere Eltern und die ganze Familie war begeistert. Meine Mutter war mit Sicherheit überzeugt davon, dass es so einfach weitergehen würde. Ich ging ans College, überzeugt davon, dass ich vermutlich nie heiraten würde.” Sie ließ die Handarbeit wieder sinken. “Meine Schwester Susan hatte es nicht so einfach. Sie ist die Art Mensch, die mit dem Kopf durch eine massive Steinwand rennt, wenn sie das für richtig hält. Ich glaube, Susan war sechzehn als sie sich in einen jungen Anwalt verliebt hat. All die Briefe, die sie mir darüber geschrieben hat. Es war kein leichtherziger Flirt. Sie hat ihn geliebt. Aber er war bereits verlobt und das hätte nie eine Zukunft haben können. Irgendwann hat Susan also damit begonnen ihn sich aus dem Kopf zu schlagen. Aber das war gar nicht so einfach. Einige Wochen nachdem die Romanze endgültig beendet war, lernte sie dann einen jüdischen Lehrer können. Du kannst dir nicht vorstellen was das für ein Drama war. Seine Familie war schockierter als meine Eltern und die waren schon nicht begeistert. Ich habe natürlich nur aus Briefen von allem erfahren. Jedenfalls, schrieb sie mir irgendwann, dass er ihr vorgeschlagen hätte ein gemeinsames Wochenende in einer der kleinen Hafenstädte zu verbringen. Er würde sich um alles kümmern und selbstverständlich für getrennte Zimmer im selben Hotel sorgen. Wenn das jemals heraus gekommen wäre, hätte es gereicht um für einen ernsthaften Skandal zu sorgen. Susan war so kurz davor eine Dummheit zu begehen. Ihr Herz hing damals immer noch an diesem Anwalt. Sie hatte ihn nicht vergessen. Ich glaube, niemand begeht so leicht Dummheiten wie unglücklich Verliebte.”

Jane biss sich auf die Lippen und sah unglücklich zu Abby. “Entschuldige, aber ich hatte keine Ahnung wie ich davon anfangen sollte.”

“Eine Einleitung fast eines Romans würdig…” Erwiderte Abby leicht zerknirscht. Schwieg aber mit wartenden Blick.

Jane seufzte. “Wenn du über Danforth oder Dorian Gray reden willst, dann nur zu. Ich kann sehr gut zuhören.”

Der verhalten fast ärgerliche gesichtsdruck den Abby trug wich unverhohlener verwirrung… “Was hat Dorian Gray damit zu tun?”

“Um es unverblümt zu sagen, wofür du mir gerne den Kopf abreißen darfst, es ist nicht zu übersehen, dass du ihm gefällst und ich frage mich, ob du in ernsthafter Versuchung sein könntest darauf einzugehen.” Jane strich sich müde über die Augen.

Man konnte Abby beim mitdenken förmlich zusehen. “ooooooh- Keine Sorge. Dorian Gray ist ein … Interessanter Herr. Aber er sein Charm ist mehr seiner Präsenz als Character Geschuldet…”

“Und? Ich glaube nicht, dass das grundsätzlich einen Unterschied macht. Aber wenn du sagst, dass du nicht mit dem Gedanken gespielt hast auf sein offensichtliches Angebot einzugehen, dann glaube ich dir.” Jane wirkte erleichtert.

Einen Bruchteil einer Sekunde konnte man seltsame besorgnis über ihr Gesicht huschen sehen bevor sie einiges entspannter wenn auch unzufrieden fortfuhr: “Das ist deutlich leichter Als Der andere Teil deiner impliziten Frage.”

“Danforth”, sagte Jane ernst. Sie sah zu ihrer Freundin. “Du liebst ihn.” Es war mehr eine Feststellung, keine wirkliche Frage.

Abby schaute Jane düster an. Eine handgeste der Präsentation war alles was Jane von ihr geliefert bekam.

Stirnrunzelnd erwiderte Jane ihren Blick. “Du musst nicht darüber reden. Ich dachte nur, vielleicht möchtest du - was auch immer in dir vorgeht - nicht mit dir alleine ausmachen.”

“Nicht davon wird jemals zu etwas gutem führen” murmelte Abbygale melancholisch.

Jane war aufgestanden und zu Abby herübergekommen. Sie setzte sich neben sie auf das Bett.

“Nein, vermutlich nicht. Jedenfalls kaum so wie du es dir vielleicht wünschst.”

“Was glaubst du was ich mir Wünsche?” Fragte Abby ein wenig empört.

Sie dachte einen Moment nach ehe sie antwortete. “Ich glaube nicht, dass du dir wünschst, dass er seine Berufung dir zu Liebe hinter sich lässt. Das würde seinen Prinzipien widersprechen und seine Integrität zählt zu Danforths besten Eigenschaften. Du wünschst dir vielleicht nur glücklich zu sein und weißt gleichzeitig, dass aus dieser Liebe nie etwas werden kann. Das stelle ich mir traurig und ein wenig einsam vor.”

“Schlimmer ich wünsche mir dass er glücklich ist. Und Es gibt nunmal erstaunlich wenig was ich dazu beitragen kann...” Zischte sie zwischen den Zähnen hervor. “Fast alles was ich tuhen kann vergiftet nur mich oder ihn. Selbst Untätigkeit ist kaum auszuhalten.”

“Wie meinst du das? Fast alles was du tun kannst, vergiftet dich oder ihn?”

“Das schlimmste daran mich in den Absolut falschen verliebt zu haben ist, nicht das es durch und durch falsch ist ihn zu begehren. Sondern dass das Schlimmste was passieren könnte wäre wenn er es erwidert!”

Jane sah Abby traurig an. “Ich verstehe. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er das nicht tut. Du bedeutest ihm, denke ich, sehr viel aber auf eine vollkommen andere, unromantische Art und Weise.”

Abby seufzte angestrengt. “ich weissss.”

“Ich wünschte, ich wäre hilfreicher.”

“Ich sage ja meine Liebe ist nun mal durch und durch vergiftet….”
Abby machte anstalten aufzustehen

Jane schüttelte bedächtig den Kopf. “Nein, Liebe kann einem unendlichen Schmerzen und furchtbare Ängste bereiten. Aber ich glaube nicht, dass deine Liebe vergiftet ist. Nur sehr unglücklich.”

“freut mich…” Murmelte Abby dazu nur unmotiviert und schritt zur Tür.

Seufzend sah Jane ihr nach. “Ich bin trotzdem da wenn du darüber reden willst.”

“Danke, aber ich würde lieber vergessen…”
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