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 Ägypten, 22. August - Abby & Jane

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Laura
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BeitragThema: Ägypten, 22. August - Abby & Jane   Sa Okt 14, 2017 12:27 am

Sie hatten ein wenig früher Rast eingelegt als üblich. Der Grund dafür war eine Oase, frisches Wasser und Schatten waren eine willkommene Abwechslung zu den staubigen Tagen.

Vom Wasser her waren tiefe Stimme und ein lautes, unverkennbares Lachen zu erinnern, dass an das Bellen eines Hundes erinnerte - oder auch an einen Wolf. Die Zelte waren in einer Entfernung zum Wasser aufgestellt, so dass die badenden Männer von dort aus nicht zu sehen waren.

Jane strich sich das schweißnasse kurze Haar aus der Stirn und richtete sich auf. Noch war es in dem Zelt unerträglich warm. Sie hatte sich daher Mühe gegeben die Bettstatt rasch vorzubereiten.

Zufrieden, aber erschöpft seufzte Jane. Dann schlüpfte sie durch die Plane nach draußen und sah sich im Lager um

Abby hatte Sich unter einem der Bäume mit einem Buch niedergelassen. Augenscheinlich bald ausgelesenes Werk. Es war nicht mehr wirklich viel aufzuräumen oder aufbauen. Auch wenn man merkte dass kein durch und durch organisierte geist dieses lager eingerichtet hatte.

Jane sah hinüber zu Abby, die in ein Buch vertieft war. Einen Moment blieb sie unschlüssig stehen. Dann füllte sie zwei Tonbecher mit frischem Wasser, das wohl einer der anderen schon geholt haben musste und ging zu Abby hinüber.

“Hier”, Jane hielt Abby einen der Becher hin und lächelte zaghaft.

Ein wenig argwöhnisch nahm Abby den Becher an. Jane schien etwas sagen zu wollen, worauf sie nun höflich wartete.

“Ich habe mich noch gar nicht bei dir bedankt. Das würde ich gerne nachholen”, sagte Jane schlicht. “Danke.”

Abbys rechte Augenbraue deutete ein wahges unverständnis der Situation an.

Das Lächeln auf Janes Gesicht wurde ein wenig breiter. Wortlos setzte sie sich neben Abby unter den Baum und schloss die Hände um den Becher.

“Das scheint mir das mindeste zu sein, was ich dir schulde”, sagte sie und sah auf das Wasser in ihrem Becher. “Wir sind über zwei Kontinente gereist um David zu finden. Du hast mehr als einmal dabei dein Leben aufs Spiel gesetzt und wärst vor ein paar Tagen noch um ein Haar dabei umgekommen.” Ihr Blick verfinsterte sich für einen kurzen Moment. Dann schüttelte sie den Kopf, wie um einen lästigen Gedanken zu vertreiben und fuhr fort: “Und wir haben es tatsächlich geschafft.”
Sie hob den Kopf und sah Abby wieder an. “Ich glaube nicht, dass ich all das je wieder gutmachen kann, Abby.”
Abby schwieg eine weile man konnte sehen das sie sich nicht sicher war ob sie laut weiterreden sollte. Wie so häufig machte sie den Mund aber doch wieder auf. “Es freut mich dass das alles gut gegangen ist. Hast du dich mit ihm schon aussprechen können?”

Das Lächeln auf Janes Gesicht schmolz dahin wie Eis in der Sonne. Sie nickte. Schwieg aber noch einen Moment ehe sie ihre Stimme wiedergefunden hatte.

“Ja, schon vor einigen Tagen.” Jane runzelte ein wenig die Stirn und stellte den leeren Becher bei Seite. “Es war anders als ich erwartet hatte.”

“Du hattest erwartungen daran?” fragte Abby trocken.

“Nur an mich selbst. Nach all dem was passiert ist, hatte ich damit gerechnet wütender auf ihn zu sein.” Janes Mundwinkel zuckten kurz. Sie sah zu Abby. “Aber da war nichts, verstehst du? Nicht ganz nichts, es gab da einen winzigen Moment.” Sie hielt inne und tat es mit einer kleinen Geste ab. “Am Ende war da keine Wut, keine Enttäuschung. Nur unendliche Erleichterung und-” Jane schloss die Augen. “-Angst”

Abby antwortete vorsichtig als erwarte sie gegenwehr. “ich weiss Selbstkontrolle ist für dich ein Stück weit unabdingbar. Aber leider lassen sich Gefühle nicht durch logik oder Pläne bestimmen…” Als sie nicht sofort etwas gegenteilige erklärt bekam hackte sie doch noch nach. “Worin besteht die Angst? die Erleichterung erscheint mir offensichtlicher.”

Jane strich sich durch die kurzen Haare. “Manchmal sehe ich ihn an und habe Angst er könne wieder verschwinden. Ich weiß, dass er wieder da ist. Ich weiß, dass es Unsinn ist, aber ich kann nichts dagegen tun.”

“Naja, ich denke das legt sich eventuell ein wenig wenn er das eben nicht tut. Aber fürs erste darfst du ihn hemmungslos Umarmen um sicherzugehen dass er nicht abhanden kommt” kicherte Abbygale.
“Es gibt auch bei Gefühlen eine inner Logic der Dinge. Die sind halt nicht immer so oberflächlich und einfach wie fakten.”

Bei Abbys Worten wurde Janes Blick sehr ernst. Sie griff nach einem kleinen Stein, hielt ihn in der Hand, kniff kurz die Augen zusammen und ließ ihn dann vor sich schweben. Eine kleine Falte hatte sich zwischen ihren Brauen gebildet.

“Kann ich nicht”, sagte sie recht leise, aber deutlich. “Nicht immer jedenfalls.”

“Kannst oder willst?” Abby trank ein wenig aus dem becher der ihr gereicht worden war. “Ich weiss eine klischee Frage aber nicht irrelevant in der Antwort.”

Jane schien darüber nachzudenken. Das Steinchen flog ein wenig höher. “Ich kann nicht. Es ist genau das was ich tun möchte. Aber ich will nicht-” Sie brach ab und starrte hinunter zum Wasser. “Du hast ihn nicht gesehen. All die Narben und das ist vermutlich noch nicht mal das Schlimmste. Vor zwei Tage ist er Mitten in der Nacht aus dem Schlaf geschreckt und konnte kaum darüber reden und außerdem-” Jane verstummte und ließ den Kopf sinken, vergrub ihr Gesicht in den Armen.

“Nein ich habe ihn nicht gesehen, ich kenne ihn noch nicht mahl.” Sagte Abby während sie darauf wartete dass Jane sich wieder etwas heraus traute.

Jane schluchzte leise. Nach einer Weile hob sie wieder den Kopf. Tränen liefen an ihren Wangen herab. Ungeduldig wischte sie diese beiseite.

“Er hat sie sterben sehen. Sie haben sie alle nach und nach vor seinen Augen umgebracht. Es ist schrecklich und David gibt sich an allem die Schuld.” Sie schüttelte den Kopf. “Ich hab ihm gesagt, dass das Unsinn sei aber er glaubt mir nicht.”

“Das ist unvorstellbar grausam…” Abby legte ihre Hand auf Janes Schulter. “Ich kann aber sehr gut verstehen dass er es als sein eigenes versagen ansieht. Er hat überlebt und seine Freunde die für die er als Anführer verantwortlich war nicht…”

“Ich weiß, aber das macht es auch nicht leichter.” Wieder rieb sie sich über die Augen und rang sich zu dem Schatten eines Lächelns durch. “Davon wollte ich eigentlich gar nicht anfangen”, sagte sie niedergeschlagen. “Nur als du von den Umarmungen sprachst ...” Jane schüttelte den Kopf. “Vor zwei Nächten konnte er mich nicht einmal ansehen als alles zurückgekommen ist. Ich habe mich kaum getraut ihn zu berühren aus Angst ihn zu bedrängen.”

“Frag ihn?” zuckte Abby etwas hilflos die Schultern. “Es ist nicht leicht wenn er das noch nicht .. verträgt. Aber ich glaube nicht dass er sich zu sehr bedrängt fühlt wenn du zumindest darüber redest dass du diese irrationale Angst hast.”

Jane schüttelte den Kopf. “Wenn die Erinnerungen zu stark werden, ist er kaum er selbst. Nur dann fällt es mir so schwer. Ich will, dass er mir erzählt was passiert ist und ich denke das wird er auch tun. Er hat damit begonnen. Aber ich weiß, dass ich geduldig sein muss. Und das fällt mir plötzlich furchtbar schwer.”

Abby schwieg und hatte einen etwas stutzigen Gesichtsausdruck der ihr übers Gesicht huschte. bevor sie nach einiger Zeit laut überlegte. “Es gibt scheinbar nicht wenige die in ihrem Dienst für die Ripper so schlimme dinge erleben dass sie da mehr hilfe brauchen.”

“Nein”, sagte Jane plötzlich sehr deutlich. “Soweit kommt es nicht, nicht wenn ich noch irgendwas dagegen tun kann.”

“Ich wünsche es euch sehr.” Abby trank den Becher aus während sie in richtung Wüste Blickte.

Jane schwieg und starrte hinunter zum Wasser während sie sich behutsam die Spuren der Tränen bei Seite wischte.


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