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 Zugfahrt von Boston nach New York, 20. Juli 1895 - Jane & Danforth

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Laura
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BeitragThema: Zugfahrt von Boston nach New York, 20. Juli 1895 - Jane & Danforth   Mo Sep 04, 2017 11:50 pm

Der Zug schlängelte sich durch die grüne Landschaft Amerikas. In dem kleinen Abteil hatten Mosely und seine Lordschaft gerade eine neue Partie Karten begonnen, doch ihre lebhaften Stimmen wurden von der geschlossenen Tür und dem Rattern der Wagen übertönt.
Jane stand auf dem Gang, einige Schritte von ihrem eigenen Abteil entfernt. Sie sah aus dem Fenster, so dass die Sonne ihr ernstes, schmales Gesicht beschien. Jedes Mal wenn sich ihr Schritte den Gang entlang näherten, schaute sie kurz zu der sich näherenden Person nur um gleich wieder den Blick abzuwenden. Erst als sie Reverend Danforth erkannte, wandte sie sich endgültige vom Fenster ab und fing seinen Blick auf.


Danforth humpelte ihr entgegen und nickte grüßend. Mit einem Ächzen lehnte er sich an die Wand neben ihr und schüttelte den Kopf.
"Das lange Sitzen tut meinem Bein gar nicht gut. Und das Gerüttel des Zuges macht es nur schlimmer." Er bückte sich auf seinen Stock gestützt und rieb sein zertrümmertes linkes Knie. Dann richtete er sich wieder auf und wandte sich dem Fenster zu.
"Und, wie fühlt es sich an wieder auf ihrem Heimatkontinent zu sein?"

Jane schwieg zunächst. Dabei wanderten ihre Augen schnell den Gang entlang.
"Nun", begann sie zögernd, nur um gleich wieder eine sehr kurze Pause zu machen. "Unwirklich. Als würde man einen viel geliebtes Kleid passend zum Winter wieder aus der Truhe holen nur um vor dem Spiegel festzustellen, dass es einem nicht mehr steht."

Der Reverend blickte besorgt. "Sie fühlen sich nicht mehr hier wohl? Nun, Sie haben im Laufe der letzten Monate eine sehr große Entwicklung durchgemacht. Ich kann verstehen, das es Ihnen nun schwer fällt, wieder in das alte Kleid, wenn Sie so wollen, zu passen."

“Nein, das trifft es nicht ganz. Ich fühle mich wohl eher fehl am Platz. Kein sonderlich angenehmes Gefühl, aber damit werde ich fertig.”

Während sie sprach, hatte Jane wieder einmal begonnen den Ring an ihrem Finger zu drehen.

“Abgesehen davon, dass wir das Land ohnehin in wenigen Tagen verlassen werden.”

"London und Boston sind zwei sehr verschiedene Städte. Man kann nicht von der einen in die andere wechseln und erwarten, dass alles genau gleich läuft. Mit etwas Geduld und Zeit legt sich diese Fremde, würde ich annehmen." Er musterte Sie von der Seite, ehe er sich wieder dem Fenster und der vorbeiziehenden Landschaft widmete. "Hoffentlich können wir in New York mehr herausfinden."

Der Griff ihrer schlanken Hände wurde fester, so dass die Knöchel weiß hervortraten.
“Das glaube ich ehrlich gesagt nicht.”

"Was meinen Sie?" Er runzelte die Stirn.
"Denken Sie nicht, dass der Yankee uns vielleicht etwas mehr über den Auftrag ihres Mannes hat? Oder befürchten Sie die Loge dort ist ebenfalls kompromitiert?"

"David hat die Informationen sehr gezielt außerhalb der gesamten Organisation verteilt. Ich glaube, er hat niemandem in der Bostoner Loge mehr vertraut. Wenn der Yankee darüber Bescheid gewusst hätte, wenn er mehr über den Auftrag gewusst hätte - weshalb hätten sie dann nicht einen unabhängigen Kommunikationsweg einrichten sollen? Der Umweg über den Freund seines Vaters macht nur dann Sinn, wenn er die Informationen außerhalb der Rippers platzieren wollte und nun sollen die wichtigen Persönlichkeiten der Fraktionen informiert werden. Er hat damit gerechnet, dass ein Ripper die Spur aufnimmt - wollte aber gleichzeitig nicht riskieren, dass Verräter in den eigenen Reihen davon erfahren."

Jane atmete scharf ein. "Aber was weiß ich schon", fügte sie voller Verbitterung hinzu. Sie hatte die Lippen aufeinander gepresst und den Blick starr auf die Wand vor sich gerichtet.

Auf ihren letzten Kommentar hin hob Danforth argwöhnisch eine Augenbraue.
"Wenn überhaupt außerhalb der Truppe ihres Mannes jemand bescheid wusste, dann der Yankee. Vielleicht weiß er keine Details, aber vielleicht kann er uns wenigstens die Grundzüge des Plans ihres Mannes darlegen. Immer noch mehr als was wir jetzt haben. Wenn ihr Mann die Befürchtung hatte, dass es Verräter in den eigenen Reihen gibt, dann wird er hoffentlich den Anführer seiner Fraktion darüber in Kenntnis gesetzt haben."
Er machte eine Pause.
"Vorsicht ist eine wertvolle Tugend, doch sie sollte nicht in Pessimismus ausarten."

Jane zog es vor auf die letzte Bemerkung des Reverends nicht zu antworten. Ihr Blick wanderte zu der Abteiltür, dann zu Danforth’s Bein und blieb schließlich an ihrem Ring hängen.

Wieder begann sie ihn an ihrem Finger zu drehen, während sie offenbar über etwas nachdachte.

“Eigentlich wollte ich über etwas anderes mit Ihnen reden”, begann Jane und sah dem Reverend nun wieder offen ins Gesicht.

In Danforths Blick legte sich Besorgnis. "Bitte, jederzeit."

Der Ausdruck auf Danforths Gesicht zauberte ein kleines Lächeln auf Janes Gesicht. Zur Antwort musterte sie allerdings erneut nur kurz das steife Knie des Geistlichen.

Jetzt war es an Jane besorgt drein zu schauen. “Würden Sie ein wenig Bewegung oder ein leeres Abteil vielleicht vorziehen?”

Er nickte verständnisvoll. "Dieser Korridor ist kein Ort für tiefe Gespräche. Ein Spaziergang klingt sehr angenehm." Er streckte sich, machte eine einladende Handbewegung in den Korridor und setzte sich in Bewegung.

Janes Augenbrauen machten einen kurzen Hüpfer, ehe sie Danforth folgte.

Die junge Frau strich sich eine der zu kurzen Strähnen ihres Haares zurück, die sich allzu gerne aus der ansonsten sorgfältig zurechtgemachten Frisur lösten.

“Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht Recht wo ich anfangen soll.“

Danforth stützte sich auf seinen Stock und machte langsame Schritte. "Worum geht es denn? Ihren Mann? Amerika? Die Ripper?"

Während sie begannen Seite an Seite den Gang des ratternden Zugs entlang zu gehen, hielt Jane sich wie immer sehr gerade. Sie nickte verschlossen, was alles und nichts bedeuten konnte.

Gleich darauf öffnete Jane den Mund, nur um ihn so gleich wieder zu schließen. Dann schüttelte sie den Kopf und ließ bekümmert die Schultern ein wenig sinken.

“Ja, es geht um meinen Mann.” Jane warf einen Blick zurück zu dem Abteil in dem ihre Gefährten beisammen saßen. “Ich will Sie nicht damit belästigen, aber um ehrlich zu sein weiß ich nicht mit wem ich sonst darüber reden könnte. Miss O’Sheehan ist zwar aufrichtig bemüht. Aber sie ist so jung.” Seufzend machte Jane eine kurze Pause. “Weshalb ich nicht gedenke mit Moseley oder Sir Arthur über diese Dinge zu sprechen, erklärt sich wohl von selbst.”

Sie sah Danforth offen an.

Der Reverend nickte langsam und bedächtig während er ihr zuhörte. "Hmmm... Nun, ich kann diese Schwierigkeit der Situation verstehen... Ich kann zwar nicht mit Erfahrungen aus einer eigenen Ehe beistehen, aber ich werde mein bestes tun um ihnen Gottes Ratschläge weiterzugeben." Er lugte durch die Tür eines Abteils und schob sie auf, als er niemanden darin vorfand. "Wollen wir uns vielleicht einen Moment setzen?"

Mit einem dankenden Nicken schob Jane sich an Danforth vorbei und ließ sich auf den Platz neben dem Fenster nieder.

Danforth schloss die Tür sorgfältig, nachdem sie eingetreten waren und ließ sich gegenüber von Jane nieder.

Erst als auch der Reverend saß, nahm sie ihre Unterhaltung wieder auf. “Es geht nicht nur um meinen Mann sondern auch um mich. Ich habe gesündigt, Reverend. Nicht in Taten, aber in Gedanken.”

Er beugte sich zu ihr vor. "Ich bin stets bereit, sie bei Ihren Sorgen zu unterstützen und ihnen die Beichte abzunehmen. Wie kann ich helfen?"

Jane hielt dem ruhigen Blick des Reverends für einen Augenblick stand, ehe sie aus dem Fenster sah.

“Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Wut empfinden kann. Aber nach dem was in den letzten Tagen passiert ist -” Nervös strich sich Jane die Haare zu Recht und schenkte Danforth den Anflug eines müden Lächelns. “Es tut mir leid, aber ich fürchte, ich bin nicht sonderlich gut darin über diese Dinge zu reden.” Nach einem tiefen Atemzug fuhr sie aber sogleich fort.

“In den letzten Monaten habe ich versucht alles geduldig hinzunehmen. All diese Fragen anderer auf die ich keine Antworten hatte, all die Geheimnisse die Stück für Stück gewachsen sind - ich habe alles irgendwie hingenommen. Es muss einen Grund dafür geben, habe ich mir gesagt. Aber verdammt nochmal es reicht. Ich bin so zornig auf David, dass ich es nicht mal recht auszudrücken vermag. Und ich weiß, dass es falsch ist - dass ich mich nicht so gehen lassen sollte, aber ich kann nichts dagegen tun.”

"Es ist ganz natürlich, dass man nicht über diese Dinge reden will, egal ob in der Beichte oder einem vertraulichen Gespräch. Der Geist versucht sich vor diesen Schrecken zu schützen, indem er sie in die hinteren Ecken des Gedächtnisses drängt. Doch dort bleiben sie liegen, und ihr Ballast wird nur größer. Der erste Schritt ist es, sich diesen Fragen zu stellen."
Er machte eine Pause und legte seine Stirn in Falten.

"Warum genau haben sie diese Gefühle auf David? Und meinen Sie, dass der Zorn falsch ist, oder Ihr Kontrollverlust?"

“Es ist wie mit einem Stück Stoff, das alt und aufgerieben ist. Kleine Fäden reißen und der Stoff wird über die Jahre dünner und dünner. All die Fragen und das Gefühl der Demütigung wenn ich zugeben musste, dass ich keine Antwort weiß, haben mich aufgerieben.”

Jane schüttelte den Kopf.

“Das allein hätte genügt. Aber dann diese Unterlagen-” Der Griff ihrer gefalteten Hände wurde so fest, dass die Knöcheln hell hervortraten. “Ich habe mich noch nie so hintergangen gefühlt.”

Danforth schüttelte sachte den Kopf. "Unwissenheit ist keine Schande. Ich weiß, dass Sie sehr ehrgeizig sind. Sie versuchen sich als Frau in einer Männerwelt zu behaupten. Ohne diesen Ehrgeiz hätten Sie nie auch nur annähernd so viel erreicht wie jetzt. Doch ein Mensch muss keine Antworten auf alles haben, er kann es gar nicht. Es ist kein Eingeständnis von Schwäche, um Hilfe zu fragen."

Er machte eine Pause und sah sie ermutigend an. Dann fragte er:

"Warum, denken Sie, hat Ihr Mann diese Aufzeichnungen gemacht?"

Jane überging die Fragen mit einer energischen Handbewegung. “Das ist nicht die Art von Unwissenheit die ich meine. Ich bin Lehrerin, Reverend, ich weiß selbst, dass man keine Antworten auf alle Fragen haben muss wenn es um Wissen geht.”

“Aber glauben Sie nicht, dass eine Frau wissen sollte, womit ihr Mann eigentlich sein Geld verdient? Das ist das Unwissen von dem ich gesprochen habe. Hatte ihr Mann andere Kontakte in Boston? Wem könnte er sich anvertraut haben? Weshalb benutzt er diese Schrift, was bedeutet sie? Was enthalten diese drei Phiolen? Womit war ihr Mann beschäftigt? Können Sie sich vorstellen, wie man sich fühlt wenn solche Fragen seit Wochen, seit Monaten gestellt werden und sie keine Antworten habe. Und jede Antwort die sie nicht geben, ist wie Salz, das man auf eine Wunde streut.”

Der Reverend blieb ruhig und ließ Jane die Zeit um ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Dann, begann er mit sanfter Stimme zu sprechen.

"Natürlich, dies sind viele Fragen und wir alle wollen das Rätsel seiner geheimen Kompanie lösen. Dies sind Fragen, die man durch Nachforschung beantworten kann. Doch hat die Frage nach einer Geheimschrift wirklich wichtig für ihre Ehe?"

Er machte eine behutsame Pause und sah Jane an, damit Sie ihn nicht falsch verstand.

"Ich sehe zwei Fragen, die nur Sie und David beantworten können: Warum wollte David nicht, dass Sie von den Rippers wissen, und warum wollte er nicht, dass Sie um Ihre Kräfte wissen.

Jane schloss die Augen für einen Moment. Als sie antwortete, klang ihre Stimme weicher. “Nein, natürlich nicht. Was aber sehr wohl wichtig ist, sind Aufrichtigkeit und Vertrauen. Geheimnisse dieser Art zerstören Vertrauen.”

"Sie haben also nun das Gefühl, dass sie sich auf das Wort Ihres Mannes nicht mehr verlassen können?"

Die sonst so aufrechte Haltung fiel langsam ein wenig in sich zusammen. Jane ließ die Schultern hängen.

“Ich weiß nicht, ob ich bereits so weit gehen würde. Aber ich frage mich, ob ich ihm all das verzeihen oder ob ich ihm je wieder vorbehaltlos Vertrauen kann.”

Danforth blickte sie eindringlich an. "Ihr Mann liebt Sie. Er hatte einen Grund für sein Handeln. Versuchen Sie zu verstehen, was in Ihm vorging. Ich erwarte nicht, dass Sie seine Taten gutheißen. Doch wenn Sie verstehen, wie er gedacht hat, dann werden Sie ihm auch wieder vertrauen können."

Sie ließ den Kopf sinken. “Das dachte ich auch, aber die letzten Tage lassen mich immer mehr daran zweifeln. Ich muss nur an seine Aufzeichnungen über mich denken.”

"Sehen Sie nicht, dass er versucht hat, Sie zu schützen? Sie haben selbst gesehen wie gefährlich das Leben als Ripper ist. Denken Sie nicht, dass er versucht hat, Ihnen ein normales Leben zu ermöglichen?"

Jane sah den Reverend an und nickte langsam. “Das ist das, was ich mir auch immer und immer wieder gesagt habe. Das könnte ich verstehen. Und vermutlich wäre es leicht ihm das zu verzeihen.”

"Und welcher Teil ist der, der Ihnen zusetzt?"

“Sie haben doch gelesen was er über mich geschrieben hat, oder? Ich habe ihm vertraut. Ich habe David irgendwann in den all den Jahren die wir uns kannten von den seltsamen Vorfällen und Ungereimtheiten erzählt. Er wusste, dass ich meiner eigenen Wahrnehmung manchmal nicht getraut habe und mich auch gefragt habe, ob ich nicht verrückt bin.” Ihr Blick war fest auf den Reverend gerichtet. “Ich habe mit niemandem über diese Dinge gesprochen außer mit ihm. Nur um herausfinden zu müssen, dass er nach einiger Zeit eine begründete Ahnung hatte, was mit mir nicht stimmt.”

Danforth nahm sich Zeit mit seiner Antwort. Er fuhr sich mit den Fingern über das Kinn und tippte sich nachdenklich an die Lippen bevor er sprach.
"Mrs Finnigan, Sie wissen wie ich zu Magie stehe. Je weniger man sich mit ihr beschäftigt, desto besser. Magie bringt mit sich Versuchung und große Gefahr. Womöglich wollte Ihr Mann nicht das Risiko eingehen, dass Sie in diesen Konflikt gezerrt werden."

Jane sah aus dem Fenster.
"Ich dachte, dass ich meinen Mann kenne. Ein Teil von mir stellt all dies in Frage seit ich diese Aufzeichnungen gefunden habe. Der David den ich kenne, würde mich nicht auf diese Art bevormunden."

Die Finger ihrer rechten Hand strichen jetzt wieder unablässig über den kleinen Ring.

"Ich zweifle an mir, ich zweifle an ihm und ich zweifle an uns und irgendwie versuche ich meine Wut auf ihn zurückzuhalten und trotz all dem was in den letzten Tagen passiert ist irgendwie noch zu vertrauen. "

Als sie wieder zu Danforth sah, waren Janes Augen von einer erdrückender Schwere erfüllt.

Er legte Jane beide Hände auf die Schultern und blickte ihr in die Augen. "All die Erinnerungen, die Sie mit ihrem Mann geschaffen haben, all das, was Sie über ihn denken, ist nicht weniger echt als vorher. Sie mögen nun all seine Worte für Lügen halten. Wenn er Ihnen gesagt hat, dass er Sie liebt, dann ist das jetzt noch immer genau so wahr wie damals. Verlieren Sie nicht jetzt die Hoffnung. Wir wissen, wo er sich aufhält und wir wissen, dass er lebt. Wir sind so nah daran, Ihn zu finden. Dann wird sich alles klären. Denken Sie an den Mann, den Sie geliebt haben. Er ist noch immer genau der selbe Mensch."

Dieses mal hielt Jane dem Blick des Reverends nicht sehr lange stand. Sie ließ den Kopf sinken und als die erste Träne wieder an ihren Wangen herab rann, schlug sie sogleich die Hände vors Gesicht.

Verlegen trat der Reverend hastig einen Schritt zurück. "Tut mit Leid, so war das nicht gemeint. Ich möchte Sie nur dazu anhalten, jetzt nicht den Mut zu verlieren." Etwas betreten stand er da und man konnte ihm ansehen wie unangenehm die Situation ihm war.

Jane sah nur kurz zu dem Reverend hoch und wandte den Blick dann gleich wieder ab. Ohne ein Wort zu sagen, zog sie ein weißes, unregelmäßig besticktes Taschentuch aus dem Ärmel ihrer Bluse um ihr Gesicht zu trocknen.

“Nein”, sie schüttelte den Kopf. “es tut mir Leid.”

Als Jane Danforth wieder ansah, waren ihre Augen noch gerötet und sie schüttelte leicht den Kopf. “Schon gut, Reverend. Ich habe mich gehen lassen.”

"Nein, nein," Er hob entschuldigend die Hände, "Ich hätte nicht so laut werden dürfen. Ich... verrenne mich schnell" erklärte er schnell. Etwas ruhiger fuhr er fort: "Man sollte sich nie für seine Emotionen schämen. Sie sind ein Geschenk Gottes und ein Spiegel unserer Seelen."
Er legte ihr erneut eine Hand auf die Schulter, diesmal deutlich sanfter.

Ein leichtes Schnauben entwich Jane, begleitet von einem bitteren Lächeln. “Und Sie glauben, nach all den Monaten immer noch, dass es mich zum Weinen bringt, wenn ein Mann laut wird?”

Als sie die Hand des Reverends auf ihrer Schulter spürte, wurde Janes Lächeln weicher. Einen Moment zögerte sie, dann legte sie ihre Hand auf die des Reverends und drückte behutsam zu.

Er blickte sie ermutigend an. "Wir schaffen das. Sie schaffen das. Vertrauen Sie Ihrem Herzen und Gott wird Sie leiten."

Jane nickte und zog ihre Hand zurück. “Verzweifeln heißt, dass man Gott den Rücken kehrt.”

"Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." Er versuchte ermutigend zu lächeln.

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