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 Januar 1896

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Laura
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BeitragThema: Januar 1896   Sa Okt 06, 2018 12:03 am


London, 12. bis 13. Januar 1896

Heute Morgen sind die Anderen zu einem Kloster im Osten Englands aufgebrochen um der Legende des Lupus Dei endlich auf den Grund zu gehen. Niemand schien darüber sonderlich böse zu sein, dass wir zu Hause geblieben sind.

Und ehrlich gesagt … ich bin froh darüber.

Es ist Monate her - eigentlich über ein Jahr, dass David und ich Zeit für uns hatten. Wenigstens eine Spur Normalität in dieser furchtbaren Zeit. Auch jetzt sitzt er noch jeden Abend bis spät in die Nacht in der Bibliothek und wälzt Buch um Buch in der Hoffnung etwas zu finden, dass uns einem Sieg näher bringt.

Auch Mina Harker ist in der Hinsicht nicht untätig, wenn auch auf andere Art. Heute Morgen hat sie uns einen Nachricht geschickt und uns in die Loge gebeten. Offenbar gibt es da möglicherweise etwas das unserer Aufmerksamkeit bedarf. Viel ist es allerdings nicht, was wir wissen. Ein Brief, eine Karte Südirlands und kein Absender. Doch dafür Blut. Wenn ich es selbst nicht gesehen hätte: für eine schlechte Gruselgeschichte würde dieser Anfang allemal taugen. Aber die Lage ist ernst und mir ist nicht nach Scherzen danach zu Mute. Wenn die Anderen wieder da sind, werden wir uns das vielleicht näher ansehen. Aber David scheint mir nicht allzu erpicht darauf zu sein dem nachzugehen und seine Arbeit hier in der Bibliothek liegen zu lassen.

London 14 bis 15. Januar 1896

Die Anderen sind wieder da. Und ich glaube zumindest Abby und Mosley ist die Seeluft ein wenig zu Kopf gestiegen. Wie kämen Sie sonst auf die abstruse Idee ausgerechnet Dorian Gray auf diese Mission einzuladen. Es ist nun wirklich das Eine ihm in London irgendwelche Zauberkunststücke vorzuspielen! Etwas vollkommen anderes ist es diesen verdorbenen, seltsamen Kerl auch noch auf eine Reise nach Irland mit zu nehmen auf der uns wer weiß was erwarten könnte! Ich glaube, wenn es um diesen Mann geht, dann setzt Abbys verstand manchmal wirklich aus. Aber sie weiß es immer so zu verkaufen, dass sie sich selbst etwas vormacht und es dem Reverend und mir gegenüber als rechnerisch gute Lösung für die Kasse der Loge verkauft.

Dennoch … selbst wenn ich meinen eigenen guten Gründe mal beiseite lasse, spricht einfach einiges dagegen ausgerechnet Gray mit zu nehmen! Wenigstens der Reverend hat nicht den Verstand verloren … aber es ist als würden wir mit einer Wand reden.

Zu allem Überfluss wird David uns offenbar nicht begleiten. Mir gefällt das alles nicht. Seit Afrika waren wir nicht einen Tag getrennt. Natürlich weiß ich, dass es mehr Sinn ergibt wenn er hier bleibt … aber was soll ich machen. Jetzt weiß ich wenigstens wie Ethel sich gefühlt hat als die Seahawk nach Bernies Verwundung das erste Mal wieder mit ihm ausgelaufen ist. Wir Frauen üben uns Jahre lang darin zu warten. Wir warten auf unseren Mann. Wir warten auf ein Kind. Wir warten das halbe Leben voller Gottvertrauen, dass es am Ende gut wird. Und wenn einmal etwas geschieht, dass dieses Vertrauen zerstört … dann ist es schwer, sehr schwer wieder Fuß zu fassen. Früher waren wir wochenlang getrennt und ich habe nichts gesagt. Selbst wenn ich mir Sorgen gemacht habe, so ist das mit dem von heute nicht zu vergleichen. Und diesmal sind es nur Tage … und ich bin auch noch diejenige die geht, die sich vermutlich in Gefahr begibt und nicht David …

… wenigstens wird Dorian Gray uns wohl doch nicht begleiten. Offenbar hat Gott auch für die kleinen Sorgen und Wünsche noch ein offenes Ohr … selbst in diesen Zeiten …

Irland, 16. Januar 1896

Die Reise ist ruhig verlaufen. Nichts besonderes. Und jetzt wo wir dieses seltsamen Dorf erreicht haben, scheint uns auch hier alles so normal zu sein. Nur eines nicht … dieser Walt. Morgen werden wir uns hinein wagen und sehen was uns dort erwartet. Aber schlimmer als das was hinter uns liegt und was uns erwartet, kann es doch kaum sein.
.

Das Dorf, 17. bis 18. Januar 1896

Ich habe mich immer für einfallsreich gehalten was Geschichten angeht … aber das hier übertrifft einfach alles. Der lebende Beweis, dass die Welt mehr ist als weiß und schwarz. Hell und dunkel. Gut und böse. Hier leben Kreaturen, die manch einer der Ripper als böse bezeichnen würde und alles was sie wollen ist ein Leben. Eine Existenz die sich Leben nennen darf. Fern von all dem Leid, dass sie in der Welt dort draußen erwarten würde. Ich verstehe das.

Und trotzdem halte ich nichts davon hier als Gefangene behandelt zu werden. Ich schweige; beobachte was um uns herum passiert und kann dabei nur eines denken … wenn sie uns hier lange festhalten, wird ihr Geheimnis bald keines mehr sein. Ich will nicht wissen, was David tut wenn er keine Nachricht von uns bekommt. Aber wenn alles so geschieht, wie es geschehen soll dann wird es soweit nicht kommen. Denn weshalb sollten wir diesem Ort etwas böses wollen? Offenbar müssen wir diese Wesen und ihre seltsame Anführerin, Hüterin - wie auch immer man diese Kreatur nennen mag nur davon überzeugen, dass wir es tatsächlich gut mit ihnen meinen.

Abby treibt sich bei den Hexen herum und scheint was das angeht schon konkrete Pläne zu schmieden. Mosley … Mosley scheint hier glücklicher, beinahe befreit von all der Dunkelheit der letzten Wochen und der Reverend … nun ja der schaut mal wieder drein als wäre seine Welt ein gutes Stück aus den Fugen geraten. Er könnte einem beinahe leid tun, wenn es ihm nicht gut tun würde ...



Maddy, die Gorgone, vertraut uns endlich. Das seltsame Ritual, das wir über uns ergehen lassen mussten, ist ein geringer Preis dafür.

Oh was für ein kleiner Preis, wenn wir endlich - endlich - wissen wohin unsere Reise in die Wüste uns führen wird. Nesh Ren’a! Wer hätte gedacht, dass wir ausgerechnet hier eine Antwort auf diese Frage finden?

Was werden die Anderen sagen, wenn wir Ihnen davon erzählen. Ich kann es kaum erwarten nach Hause zu kommen und Davids Gesicht zu sehen.

Southend Cottage, 21. Januar 1896

Offenbar müssen wir alle auf unsere Art noch einmal zur Ruhe und zu uns selber kommen. Wir sind zerstreut in alle Himmelsrichtungen, wie wir es seit einem Jahr nicht waren.

Ein Jahr … was für ein Jahr … es fühlt sich an als wären es zehn gewesen. Als lägen Ewigkeiten hinter uns. Ich habe genug erlebt, dass es für mehr als ein Leben reicht.

Abby ist bei ihrer Familie. Mosley ist Maddys Dorf geblieben und was den Reverend angeht, da plagt mich mein schlechtes Gewissen. Aber wie hätte ich hier zu nein sagen können? Seit gestern sind David und ich in Southend und es ist herrlich. Das Haus ist so klein - es würde gleich mehrmals in die elegante Londoner Loge passen. Fast ist es, als würden wieder Ferien machen … so wie früher … ich stehe in der Küche und David kommt mit Holz herein um das Feuer am Leben zu halten. Gestern Abend hat er mir zum ersten Mal seit Monaten wieder vorgelesen. Wir entdecken uns selbst wieder in einsamen Zweisamkeit. Wir müssen es hier warm halten. Das Essen kochen. Alles ist wie früher … und doch ist es anders …

… je näher der Tag der Heimkehr nach London kommt, desto düsterer werden meine Gedanken. David lacht, scherzt und wirft Steine auf die Wellen in der Brandung. Ich glaube, er weiß gar nicht was für ein Wunder er ist. Das nach allem was er erlebt hat? Immer wieder denke ich das und immer wieder danke ich Gott dafür, dass er ihn mir zurückgegeben hat. Und dann ist sie auch schon wieder da. Die Angst. Ich habe Angst um sie alle. Abby, Mosley, den Reverend. Aber am meisten Angst habe ich um David.

Der mich lachend durch die Bibliothek wirbelt und fragt, wohin die Reise gehen soll? Der mir einen Schal bringt wenn ich Abends auf das Meer hinaus starre. Der mich in den Arm nimmt, wenn er die Angst in meinem Gesicht liest ohne dass ich Worte finden muss.
Ich kann ihn nicht noch einmal verlieren. Ich werde das nicht zu lassen. Ich werde nicht zulassen, dass auch nur einem von Ihnen etwas geschieht. Nicht wenn ich es irgendwie verhindern kann. Selbst wenn das den gerechten Zorn des Reverend mal wieder auf mich herab beschwören sollte. Soll er toben und mich verdammen. Ich werde es gerne ertragen wenn er am Ende noch atmen kann um mir die Leviten zu lesen.

Ich werde nicht einen von ihnen verlieren.
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