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 19.1.1896 - Irische Landluft (Abbygale & Danforth)

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Pantaleon

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BeitragThema: 19.1.1896 - Irische Landluft (Abbygale & Danforth)   Fr Jun 22, 2018 11:51 pm

Feiner Sprühregen wogte Sanft über die Hügel. Weder Schafe noch Bauern schienen die deutlich erhöhte Luftfeuchtigkeit zur kenntnis zu nehmen und gingen weiter ihres Weges auf eine Scheune zu.
Vor dem Gasthaus brannte bereits die Lampe auch wenn der Sonnenuntergang sich noch zeit ließ. Abbygale sass mit einem Groben Tonbecher mit Tee auf der Bank und genoss den Nieselregen.

Reverend Danforth trat vor die Tür, verzog den Mund und schlug das Revers seines Mantels hoch. Mit zusammengezogenen Augenbrauen ließ er seinen Blick über die verregnete Landschaft schweifen.
“Warum sitzen sie denn hier draußen? Sie fangen sich noch eine Krankheit ein,” fragte er und ließ sich schwer auf die Bank neben Abbygale nieder.

“Ach das Bisschen Regen so kalt ist es nun wirklich noch nicht.”lächelte Abbygale zu ihm herauf.
Sie deutete ihm sich zu ihr zu setzten.

Er beobachtete die Schafe, die als kleine weiße Punkte die grüne Landschaft dekorierten.
“Sie genießen es, wieder in Irland zu sein, nicht wahr?”

“Ooooh ja, hier im Süden war ich bisher zwar auch nicht, Aber Heimat ist es mehr als London.”

“Ich muss sagen, diese grüne Weite hat Charme. Gerade, im Vergleich zu London.”

“Es hat sehr unterschiedliche Qualitäten. Ich würde London nicht für das Landleben eintauschen. Aber ich fühle mich hier einfach entspannter als an vielen anderen Orten.” Sie schaute etwas Skeptischer zum Geistlichen rüber. “Wie geht es ihnen in der Behandlung mit dem Ailenisten? Ich hoffe das verschafft ihnen auch etwas innere Ruhe.”

Danforth seufzte und lehnte sich an die Hauswand. “Ich weiß es nicht. Ich liege den Großteil der zeit auf einer Couch, starre die Decke an und soll diesem Mann den ich nicht kenne von Dingen erzählen die nichts mit meinen Sorgen zu tun haben.” Er schüttelte den Kopf. “Keine neuartigen Medikamente oder Apparaturen, nicht einmal so ein Humbug wie Hypnose. Die gleichen Fragen, die er stellt, könnten sie auch stellen. Oder irgendwer sonst für eine Handvoll Schilling. Zeitverschwendung, Geldverschwendung.”

“Wäre ihnen die Hypnose lieber gewesen?” Grinste Abbygale herausfordernd.

Er zog eine Augenbraue hoch und schenkte ihr einen stummen zweifelnden Blick.

“Hypnose ist sehr real. Und … faszinierenderweise keine Magie.”

“Ich glaube ich bin kurz davor, Magie zu bevorzugen…,” brummte er.

“Da weiss man ja fast nicht ob man sich freuen oder sorgen soll…” Runzelte Abby mit zurück gelehnten Kopf die Stirn

Er kniff die Augen zusammen und massierte sich die in falten liegende Stirn. “Es ist…” Er stockte und schüttelte den Kopf. “Früher erschien die Welt so eindeutig. Ich hatte ein klares Gefühl für richtig und falsch. Die Bibel gab mir einen klare Pfad und alles jenseits davon musste unweigerlich zur Verdammnis führen.” Er machte eine leichte, fast leichtherzige Handbewegung und fuhr fort: “Magie jeder Form war ein Geschenk des Teufels, die dunklen Kreaturen dieser Welt allesamt seine Brut.” Nun verdunkelte sich sein Blick erneut. “Aber jetzt? Jetzt ist dieser Weg überhaupt nicht mehr so deutlich. Die Ereignisse dieses letzten Jahres,” Er sah Abbygale an, “Ihre Ereignisse des letzten Jahres und all das was wir erlebt haben, haben dieses Haus der Prinzipien um bröckeln gebracht.” Er seufzte und ließ die Hände in den Schoß fallen. Sein ganzer Körper schien an Kraft zu verlieren und sackte in sich zusammen. “Habe ich all die Jahre meine Augen verschlossen?”

Abby legte vorsichtig ihre Hand auf die Schulter des Reverends. “Sie hatten ihren Blick wohl auf anderen Dingen.”
“Sie sind häufig ein Fels in der Brandung in vielerlei hinsicht. Aber solche Standfestigkeit führt eben zu einem Klaren Blick nach vorne der eben nur bedingt Überprüfen muss was Hinter einem Liegt.” Abby sah merklich betroffen aus wie sie dem geknickten Mann tätschelte. “Ich denke nicht dass sie sich in ihren Zielen so sehr geirrt hätten.”

Danforth sah sie etwas verunsichert an. “Meinen Sie wirklich?” Er zögerte und blickte wieder zurück zu den verregneten grünen Hügeln. “Es kam mir bis jetzt nie wirklich in den Sinn, dass ich so falsch liegen könnte. Oder dass die Leute, denen ich vertraut habe, falsch liegen könnten. Es gab in Momenten des Zweifels immer eine Passage der Bibel oder eine Weisung der Hexenjäger, die mir weiterhelfen konnte. Aber jetzt sehe ich, dass sie nicht immer richtig liegen können.”


Zaghaft ergriff Abbygale Danforths Hand. “Wer oder was kann schon … immer richtig liegen?” Zögerlich schaute sie ihn an.

Ein leichtes Schmunzeln schlich sich auf die Lippen des Reverends, doch es verweilte nicht lange. “Sie haben wohl recht, wir Menschen sind fehlbar. Aber diese Instanzen sollten es nicht sein. Gerade deshalb habe ich mich immer sicher fühlen können, dort eine Antwort zu finden.” Sein Blick verdunkelte sich sorgenvoll. “Aber wenn ich akzeptiere, dass die Kreaturen in Maddys Dorf uns freundlich gesonnen sind und die Schriften in diesem Punkt falsch liegen, wie kann ich die Bibel dann überhaupt noch für voll nehmen?” Er fuhr sich zerrissen durchs Haar und sah Abbygale hilflos an. “Man kann sich doch nicht aussuchen, welche Passagen stimmen und welche nicht!”


“Ich kenne nicht jedes Wort der Bibel auswendig wie sie oder Jane. Ich halte mich lieber an einfache Wahrheiten.”
Abby rang mit sich bevor sie fortfuhr.
“Glaube Liebe und Hoffnung widersprechen Weder Monstern die mehr als das sind. Noch verneinen sie die irrwege die wir alle nur allzu häufig gehen. Eines der Gebote ist, du sollst nicht Morden. Nicht selten bricht unser Organisation und wir dieses Gebot… -meist zum schutze vor schlimmeren, aber Es war schon immer eine Auslegungssache.”

Er schwieg einen Moment. “Ich verstehe, was Sie damit sagen wollen. Aber ich kann das nicht so einfach in die Tat umsetzen. Es…” Er suchte nach den passenden Worten, “Es fühlt sich nicht richtig an, diesen alten Regeln den Rücken zuzukehren.” Er seufzte. “Und dennoch… Wie kann ich weitermachen wie bisher mit dem Wissen, Unrecht zu begünstigen?”

“Einfach ist es sicherlich nicht” lachte die Irin freudlos. “Der freie Wille der uns von Engeln unterscheidet ist hierbei fürchte ich der Knackpunkt... Wenn die scheinbar richtige Antwort immer so einfach währe, währe wir nicht wahrhaftig frei.” Sie ließ vom Reverend ab “Meine Lehrer haben immer gerne trickfragen gestellt. Gerade wenn man eine Antwort stur und fest kannte. Um zu testen ob man ihnen wirklich zugehört hat. Um zu testen...ob “mit fast entschuldigenden blick drehte sie sich Danforth wieder zu. Als sie beendete:”- Man wirklich versteht worum es eigentlich geht und eben nicht nur Werte rezitiert.”

“Hmmm…” Er nickte langsam und gedankenversunken. “Doch was, wenn es der Teufel ist, der uns zu verführen versucht?” Fragte er hin- und hergerissen.

“Glauben sie dass es falsch war was Sie dort getan haben?” Abbys Besorgnis stahl sich in ihre Stimme.

“Nein, natürlich nicht. Aber…” Er neigte den Kopf unentschlossen hin und her, bevor er zu Abby sah. “Aber was, wenn es alles ein Trick des Teufels ist? Wir wissen doch, mit was für niederträchtigen Methoden seine Schergen arbeiten.”

“Und wenn es der Teufel ist... woher kennen sie hierbei die richtige Antwort?” Drängte Abbygale.”- Was wenn Luzifer seine Kreaturen opfert um Sie dazu zu bringen wahrhaftig zu sündigen und grausam zu werden?”
Erwartungsvoll fragte sie: “Wem oder was trauen sie? Ihrem Herzen oder gedruckten Worten alleine?” Lehnte sie sich mit glänzenden Augen vor.

Der Reverend ließ sich viel Zeit mit seiner Antwort und beobachtete die Schafe, die als kleine weiße Punkte arglos die Hügel tüpfelten.
“Meine eigene Meinung war nie besonders wichtig. Warum auch? Ich konnte die richtigen Antworten stets nachlesen. Ich musste nur erkennen, was das Problem war.” Er sah sie an um zu sehen ob sie ihm folgen konnte. “Ich weiß nicht, ob ich allein und ohne diese Hilfe immer die richtige Entscheidung treffen kann.”

Zärtlich hackte Abby sich unter. “Springen wir etwas zurück.”Deutete sie in richtung des Sonnenuntergangs.” Wenn sie sich nicht dem heiligen Buch verpflichtet hätten... was wäre anders abgelaufen? Gibt es etwas was sie ohne diese Regeln gewollt hätten?”

Er fuhr sich nachdenklich über die vernarbte Schläfe. “Hmmm… ohne die Kirche gäbe es den Hiram Danforth den sie kennen wohl gar nicht.” langsam schüttelte er den Kopf und zog die Augenbrauen zusammen. “Ich habe mir nie erlaubt, zu zweifeln. Es war das Zeichen eines schwachen Glaubens. Aber jetzt sehe ich, dass ich es falsch herum hatte.” Er richtete sich auf und schien einen Teil seiner verlorenen Kraft zurück zu gewinnen. “Nur mit einem starken Glauben kann man die Heilige Schrift in Frage stellen und erkennen, wo sie helfen kann und wo nicht.”

Die besorgte Anspannung fiel regelrecht von Abbygale. Als der Reverend von seiner üblichen Haltung zurück gewann. “Ich bin froh dass sie das Licht wieder sehen.” Lehnte sie sich an seine Seite. “Es wird sicherlich noch viele Dinge geben bei denen die Antwort eindeutiger ist… “Ein zögern huschte durch Abbys Satze “Aber sie sollten die herausforderung an sich nicht scheuen müssen.”

Danforth nickte zustimmend. “Es wird ein beschwerlicher Weg werden… aber ich fürchte das hat der Rechte Pfad nun einmal an sich.” Er sah sie an.”Danke für Ihre Unterstützung dabei. Wie sie schon sagten, wir können uns nur noch auf uns selbst und unser Gewissen verlassen.”

“ich hoffe doch sie können sich gelegentlich auch auf Andere verlassen ich tue das jedenfalls.” lächelte Abbygale ihn an.
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