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 November 1895

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Laura
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Anzahl der Beiträge : 57
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BeitragThema: November 1895   Fr März 16, 2018 12:05 am

5. November 1895

Die letzten beiden Tage in Kairo waren recht ereignisreich, wenn auch weniger als erhofft. Bei unserer Ankunft erwartete uns Mr. Holmes gleich in der Loge. Offenbar hatte er die Spur des Kultes bis zu einem Haus in den älteren Teil der Stadt verfolgen können. Nach einigen ersten vorsichtigen Beobachtungen mussten wir davon ausgehen, dass das Nest verlassen wurde. In der vergangen Nacht haben wir dann mit einer Unterstützung der hiesigen Loge den Zugriff geplant und durchgeführt. An vieles erinnere mich nicht … Ein geräuschloser Schatten, scharlachrote Augen und eine Angst die mir jede Luft zum atmen geraubt hat. Ich wollte nur noch weg. Fort. Mich irgendwo verstecken. Auch nach all den Monaten haben diese Schattenbestien ihren Schrecken noch nicht verloren. Am Ende fanden wir ein leeres Haus vor, wie erwartet. Nur einige Überreste die dem Versuch getrotzt haben alle Spuren zu verwischen. Einen Almanach in dem der 13. Feburar 1896 markiert wurde, ein Brief der eine Nilreise nach Luxor erwähnt mit unbekanntem Ziel und ein Wort “Nesch Ren’a”.

11. November

Wir sind in Luxor angekommen. In den letzten Tagen ist nicht viel passiert. Ich habe herausgefunden, dass der 13. Februar wohl kein zufällig ausgewählter Tag ist. Denn dann findet eine Sonnenfinsternis statt. Doch abgesehen davon, gibt es wenig Erfolge. Bereits nach ein paar Stunden habe ich das Gefühl, dass wir hier in einer Sackgasse gelandet sind. Und zu dem geheimnisvollen Wort “Nesch Ren’a” gibt es auch keine Spur.

13. November

Die Befürchtungen haben sich leider als wahr erwiesen.Wir konnten nicht die geringste Spur des Kultes aufnehmen. Vermutlich werden wir also unverrichteter Dinge nach Alexandria aufbrechen. Alles in mir wehrt sich dagegen von hier fort zu gehen. Aber es nützt ja nichts … und dann ist da noch dieser andere Teil von mir, der einfach nur erleichtert ist.

19. November

Alexandria. Tage voller Nachforschungen liegen vor uns. David und ich werden gemeinsam einige Frage stellen. Das heißt er wird sie stellen und ich stehe daneben und flüstere ihm etwas zu, wenn denn überhaupt. Es macht einfach wahnsinnig wie hier mit Frauen umgegangen wird. David meint, ich solle es mir nicht zu Herzen nehmen. Immerhin kann ich nichts daran ändern. Aber wenn alle so denken, wie soll es dann jemals anders werden? Wenigstens dort wo wir leben …

21. November

Der Reverend ist endlich auf eine Spur zur Bibliothek des Lichts gestoßen!

23. November

Es ist wirklich nicht einfach sich seiner guten Erziehung zu erinnern, wenn man ständig wie Luft behandelt wird. Aber sei es drum. Denn wir haben wichtigeres zu tun. Die Bibliothek des Lichts. In den letzten Tagen haben wir den Zugang nicht nur gefunden, sondern es tatsächlich auch geschafft ihn freizulegen. Jetzt müssen wir noch ein paar Tage geduldig sein. Es gibt aber auch beunruhigende Entwicklungen. Abbys Kräfte scheinen wie die meinen hin und wieder ein gewisses Eigenleben zu entwickeln, wenn es darum geht zu wachsen. Allerdings mache ich mir keine zu großen Sorgen. Ganz anders als der Reverend. Wer weiß wozu es gut ist, wenn man seinen Körper in ein geisterhaftes Wesen verwandeln kann. Und es passt zu ihr, wenn man bedenkt wie wir sie damals kennengelernt haben.

24. November

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Während wir darauf warten, dass die Bibliothek des Lichts für uns geöffnet wird, hat Abby offenbar bereits in der letzten Nacht einen ersten heimlichen Vorstoß unternommen. Ich kann kaum fassen wie leichtsinnig das von ihr war! Aber was soll ich sagen … der Reverend hatte jedenfalls einiges zu sagen. Meine Güte, so außer sich war er lange nicht mehr.

1. Dezember
Wir segeln wieder London entgegen. Ich kann es immer noch kaum fassen was wir in unserem Gepäck haben. Das Buch. Ein wahrhaftiger Schatz aus der Bibliothek des Lichts, den wir in unseren Besitz bringen konnte ehe der Feind dort hingelangt. Allen ist die Euphorie auf die eine oder andere Art anzumerken. Seit wir Ägypten hinter uns gelassen haben, wir der Wind kälter und schneidender. Schnee liegt schon beinahe in der Luft. Fast ist Weihnachten. Und auch wenn ich den ungeöffneten Briefen nicht gerade freudig entgegen blickte, so kann ich es kaum erwarte ein paar Tage in Ruhe zu verbringen. Wie unglücklich war ich letztes Jahr um diese Zeit? Und jetzt … jetzt ist David wieder da. Zwar nicht unversehrt, aber mit jedem Tag der vergeht, ein Stück mehr von seinem alten Selbst. Er lacht häufiger und ich bemerke wie er mich mit seiner Art ansteckt, wie immer. Und vielleicht … ganz vielleicht … sind wir ihnen diesmal einen Schritt voraus.
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