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 Rom - Spaziergang im fremden Geist

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Laura
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BeitragThema: Rom - Spaziergang im fremden Geist   So Dez 10, 2017 12:32 am

Die Farben sind falsch. Formen verschwimmen und über allem liegt ein gräulicher Schleier. Beinahe so als wäre es eine Lüge. Lügen fühlen sich anders an als Wahrheiten. Wahrheiten sind das einfachste. Es ist leicht eine Lüge von einer Wahrheit zu unterscheiden wenn man es erst einmal getan hat.

Aber das hier ist etwas vollkommen anderes. Etwas Fremdes hat seine Spur in diesem Geist hinterlassen.

Ich sitze auf einem Hocker. Es ist unbequem. Die Wand ist kalt und hart in meinem Rücken. Der Mann ist verwirrt, verängstigt und kann mich nicht sehen. Aber natürlich kann er mich spüren. Er hört meinen unregelmäßigen Atem und spürt wie ich in seinem Geist nach der Wahrheit stocher, nach dem was er dafür hält und nach Spuren dessen suche was ihm angetan wurde.

Mit geschlossenen Augen sitze ich da und versuche tiefer in seinen Geist hineinzugelangen. Es ist wie beim letzten Mal - seine Gefühle drohen mich zu ersticken. Stück für Stück, Stein für Stein baue ich eine Mauer um mich herum auf. Schließe die fremde Angst aus und spüre darunter endlich meine eigene Furcht. Ich komme zu mir, umgeben von Erinnerungen die nicht meine sind. Sie sind in Unordnunge geraten und kaum zu erkennen. Als würde man durch eine fremde Brille blicken. Manche Bilder kommen mir bekannt vor. Irgendwann in der letzten Stunde bin ich über sie gestolpert.

Es ist kein angenehmes Gefühl in fremden Erinnerungen herum zu stochern. Es ist kräftezehrend. Mein Kopf schmerzt und wenn ich wieder meinen Körper spüre, ist das nichts als Erschöpfung. Aber wie viel schlimmer muss es für diesen Mann sein?

Vorsichtig strecke ich die Finger weiter aus. Behutsam als wäre alles um mich herum aus Glas gemacht und ich könnte es mit einer falschen Bewegung zerbrechen. Vielleicht könnte ich das auch. Wer weiß schon was ich hier anstellen könnte, wenn ich unachtsam mit seinem Geist umgehe.

Der Nebel lichtet sich wieder.

Da ist die Straße, die kleine Gasse mit dem seltsamen Café. Die Gosse in der ich stehe, links und rechts neben mir andere Männer. Hier war ich schon einmal. Ich bin oft hier gewesen. Natürlich er, nicht ich … es ist nicht immer leicht, das auseinander zu halten. Je länger ich in seinem Geist verweile, desto schwieriger wird es. Einen Moment halte ich inne und die Erinnerungsbilder verschwimmen während ich die Risse in der Mauer um meinen Geist schließe.

Nach einer gefühlten Ewigkeit lasse ich die Bilder wieder auf mich wirken. Da ist wieder die Gasse. Diesmal wechseln die Bilder schneller, Stimmen reden schnell auf mich ein - zu schnell - bis ich wieder an dem Punkt bin an dem alles schwarz geworden ist. Aber etwas ist diesmal anders. Der schwarze Schatten nimmt Formen an.

Eine Kutsche.
Ein Zuruf und der Mann tritt aus der Reihe. Ich spüre ein Echo seiner Freude über den kommenden Tag. Jeder Tag an dem er arbeiten kann, ist ein guter Tag. Erleichtert klettert er in die Kutsche. Ich schließe die Augen und sitze dann neben ihm.

Wir sind nicht alleine. Im ersten Moment bin ich nicht sicher, ob uns ein Mann oder eine Frau gegenüber sitzt. Die Dunkelheit in der Kutsche macht es mir unmöglich sein Gesicht zu erkennen. Es ist eine unnatürliche Dunkelheit. Ein dumpfer Schleier der Unwissenheit.

Er will nicht gesehen werden, nicht erkannt werden.

Neben mir spüre ich wie die Gefühle schwächer werden und schließlich ganz verschwinden. Da ist nur noch eine Leere. Ein schwarzer Fingerabdruck auf seinem Geist. Kälte, Unordnung und Verwirrung.

[.....]

Drei weitere Male zwinge ich mich durch den Geist des Mannes zu gehen und dem entdeckten Pfad der Erinnerungen zu folgen bis zu dem schwarzen Schattenmann der für all das Chaos verantwortlich zu sein scheint.

Aber schließlich muss ich mir eingestehen, dass ich es nicht weiterschaffe. Meine Kräfte sind am Ende und der arme Kerl vor mir vermutlich auch.

Schweiß rinnt mir über die Stirn und als ich aufstehen will, zittern meine Beine so stark, dass ich fast stolpere. Ich zwinge mich fünf Minuten noch sitzen zu bleiben. Dann erst versuche ich es noch einmal und öffne die Tür auf den Flur wo die Anderen schon auf mich warten.
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