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 September bis Oktober 1895

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Laura
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BeitragThema: September bis Oktober 1895   Mi Nov 08, 2017 8:47 am

7. September

Reverend Danforth ist heute zu mir gekommen. Wir haben es dieser Tage nicht leicht miteinander. Dass er tatsächlich geglaubt hat, ich würde nicht bereuen … Ich kann gar nicht in Worte fassen wie sehr mich diese Frage nach allem was passiert ist verletzt hat. Wie kann er daran zweifeln? Und trotzdem versuche ich ja auf das zu hören was er sagt. Aber so einfach ist es nun einmal nicht für mich. Wenn ich doch nur das tun könnte, was richtig zu sein scheint. Aber statt es hinzunehmen, anzunehmen, zweifle ich und stelle Fragen.

Ich kann einfach nicht glauben, dass Gott die Welt in schwarz und weiß geteilt hat. Etwas weigert sich in mir, stellt sich quer wenn ich annehmen soll, dass es richtig gewesen wäre nichts zu tun.

Und wenn er mir mit der Verdammnis droht oder das Bild dessen zeichnet, was mich erwarten könnte … dann frage ich mich, ob Gott selbst nicht weiser ist als wir ihm manchmal zugestehen. Kann ich nicht bereuen was ich getan habe, wie ich jeden anderen Toten bereue und gleichzeitig erleichtert darüber sein jemanden gerettet zu haben?

Kann Gott das nicht sehen, wo es doch immer heißt, dass er unsere Herzen kennt? Ist Gott mir noch gnädig gestimmt? Muss ich ihn durch meine Taten tatsächlich von meinen guten Absichten überzeugen? Wie kann man dem Anspruch Gottes gerecht werden? Wie kann ich meinem eigenen Anspruch gerecht werden. Wenn ich auf eines vertraue, dann auf Gottes Gnade auch wenn mir die des Reverends versagt bleiben wird.

10. September

Wir brechen nach London auf. David hat das Kommando übernommen. Es ist wie immer ein wenig seltsam ihm dabei zuhören wie er die Matrosen befehligt. Mit mir redet er eigentlich nie so. Nur wenn wir miteinander streiten, kommt der Offizier hin und wieder zum Vorschein. Aber das ist nichts womit ich nicht fertig werden würde.

So beschäftigt er tagsüber aber auch sein mag, nachts - wenn wir alleine sind - ist es das selbe. Wenn er aus dem Schlaf schreckt, wache ich häufig auf. Manchmal reden wir über das was er gesehen hat. Gemeinsam lassen sich die Schrecken der Erinnerung besser vertreiben. Mosley liegt vollkommen falsch mit seiner Vermutung womit wir unsere Nächte verbringen. Wenn er noch einmal etwas derartiges andeutet und seine Nase damit in unser Schlafzimmer steckt, weiß ich nicht ob ich ihm das noch einmal durchgehen lassen. So viel Geduld ich auch mit ihm habe … ein wenig Anstand täte dem Mann ganz gut.

Aber im Augenblick habe ich wirklich andere Probleme als einen ungehobelten Kerl der mir mit einer unbedachten Bemerkung zu Nahe tritt.

Jeder Alptraum von David quält auch mich. Ich fühle mich immer noch hilflos. Aber da ist noch etwas anderes … eine unbeschreibliche Wut. Ich hätte nicht gedacht, dass ich zu solch einem Zorn fähig bin. Und ich weiß nicht, was ich tun werde wenn wir dem Mann der dafür verantwortlich ist gegenüber stehen … Ich weiß es einfach nicht.

12. September

David und ich haben darüber geredet was ihn zu Hause erwarten könnte. Allein der Gedanke an eine Haft oder Arrest bereitet mir Übelkeit. Nicht wegen mir … ich weiß, dass ich damit fertig werden kann. Aber ich habe Angst um David. All diese Monate in Gefangenschaft und das nur um dann von seinen eigenen Männern festgesetzt zu werden? Vielleicht kommt es ja auch gar nicht so weit aber die Angelegenheit musst schnellsten aus der Welt geschafft werden.

Ich möchte nach vorne blicken. Aber es ist schwer, wenn ich nicht weiß was aus uns werden wird. Dazu kommt mein schlechtes Gewissen gegenüber den Anderen. Auch wenn wir vor ein paar Tagen darüber geredet haben und wenigstens der Reverend Verständnis für meine Lage zu haben scheint. Ich will sie nicht im Stich lassen. Ich will an ihrer Seite sein. Aber mehr als alles andere möchte ich David nicht allein lassen. Das kann ich nicht. Und wenn das heißt, dass ich sie zurücklassen muss - wenigstens für eine Weile - dann ist dem wohl so. Aber so wie es scheint wird es erstmal nicht dazu kommen müssen.

17. September

London. Seltsam, aber es fühlt sich ein wenig an als würde ich nach Hause kommen. Es ist das gewesen, was einem zu Hause für mich im letzten Jahr am nächsten gekommen ist. Das Haus, die bekannten Gesichter und die beiden Zimmer im ersten Stock. Jetzt wo wir dort erst einmal zu zweit leben, bin ich ganz dankbar für Quentins Zimmer.

Die Nachrichten hier überschlagen sich allerdings ein wenig. Noch bevor Abby zu ihrer Familie aufbrechen kann, mussten wir von einem Einbruch in die Loge von Mina Harker erfahren. Wenigstens hat man den Einbrecher dingfest machen können. Kein Unbekannter, sondern der seltsame Italiener über den wir erst vor wenigen Tagen sprachen. Hinzu kommen Neuigkeiten aus Rom die zu dem passen was David aus seiner Gefangenschaft erzählt hat.

Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger Sinn ergibt all das für mich. Die Nachrichten aus Osteuropa sind ausgesprochen beunruhigend gewesen und jetzt auch noch Rom. Wir werden uns die Sache wohl selbst ansehen.

19. September

Diese verdammte Anhörung lässt mich nicht schlafen. Wenigstens David hat heute leichter als sonst in den Schlaf gefunden. Kein Wunder. Ich wusste gar nicht wie sehr mir das gefehlte hat. Bis heute Abend war mich nicht klar, wie sehr ich seine Berührungen vermisst habe. Aber wenn die Erinnerung an die letzte Stunde auch noch so schön ist, sie vertreibt die Sorgen in mir nicht.

David hat es gut auf den Punkt gebracht. Wir wissen nicht was passieren wird, ehe diese Anhörung vorbei ist. Wir wissen nicht was mit uns geschehen wird, wo und unter welchen Umständen wir leben werden.
Bis heute habe ich es nie bereut mit einem Offizier verheiratet zu sein. Ich bereute natürlich nicht David geheiratet zu haben! Und ich wusste auch worauf ich mich da einlasse … aber zum ersten Mal in all den Jahren habe ich das Gefühl, dass wir nicht selbst bestimmen können welche Richtung unser Leben nehmen wird. Das gefällt mir nicht.

Wenn es nach mir ginge … aber ich weiß, das tut es nicht … dann würde ich mir einen Neuanfang für uns wünschen. Allein der Gedanke meine Heimat und unsere Familie zurückzulassen ist schwer.

Am Ende bleibt uns nur die Angelegenheiten in Rom zu klären und danach ein Schiff in die Staaten zu nehmen. Dort angekommen werden wir wohl abwarten und unsere Beziehungen einmal nutzen müssen, damit es nicht zum schlimmsten kommt.

Aber was wäre das Schlimmste? Ein Monatelanger Arrest der David und mich an Boston bindet, und ich muss die Anderen in diesem Schlamassel zurücklassen. Aber auch eine Versetzung in den Innendienst in Boston wäre furchtbar. David würde die See vermissen und er ist nicht gut darin, anderen das kämpfen zu überlassen. Dafür kenn ich ihn mittlerweile zu gut! Und ich weiß nicht, wie ich es aushalten soll unter Freunden zu leben, die beinah alle unter seinem Kommando jemanden verloren haben, den sie liebten.

Das beste wäre es vermutlich, wenn wir Boston wirklich verließen. So schwer es auch am Anfang sein würde. Aber würde er damit leben können nur noch den Rippers verpflichtet zu sein und nicht mehr seinem Land? Ich weiß es nicht. Oder gibt es vielleicht eine Möglichkeit wie sich militärischer Dienst damit weiterhin verbinden ließe … vielleicht sogar hier in England? Es gibt in London immerhin eine Botschaft mit einem Militärstab und wie ich aus eigener Erfahrung weiß fast so viele Offiziere und Matrosen wie in einem amerikanischen Hafen.

Wenn es nach mir ginge, würde ich David darum bitten. Ein Neuanfang unter Freunden, mit einer Aufgabe die uns braucht und ihn nicht den Erinnerungen verfallen lässt. Aber das kann ich jetzt noch nicht tun ohne ihn zu bedrängen. Also warte ich auf die Dinge die da kommen mögen.

20. September

Unsere Nachtschwärmer sind gerade betrunken nach Hause gekommen. Mosleys schlechter Einfluss lässt sich mittlerweile kaum noch leugnen. Andererseits solange es bei ein paar unschuldigen, aber dummen Freuden dieser Art bleibt, will ich lieber nichts dazu sagen.
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