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 Ägypten, 14. August 1895 - David & Jane

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Laura
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BeitragThema: Ägypten, 14. August 1895 - David & Jane   Di Okt 10, 2017 2:00 pm

Die Hitze des Tages war beinahe vorüber. Noch war es hell und warm in der Ruinenstadt. Jane stand mit verschränkten Armen im Eingang des Haupthauses und ließ ihren Blick gen Horizont schweifen. Der aufkommende Wüstenwind strich durch ihr kurzes Haar. Drinnen hatten die Anderen gerade das Abendessen beendet. Man unterhielt sich. In den letzten Tagen hatte kaum einer von ihnen dieses Haus verlassen. Abby konnte immer noch kaum aufrecht sitzen und Moseley ging es nicht viel besser. Der Reverend war den beiden nicht von der Seite gewichen und Jane selbst, hatte David nur alleine gelassen um am ersten Tag ihre Toten zu bestatten. Alle saßen eng beieinander und man konnte kaum miteinander reden ohne dass es alle mit bekamen.

Jane wandte sich um und fing Davids Blick auf. Sie sah ihn unverwandt an und wartete, dass er zu ihr herüber kommen würde.

David hatte sich immer noch nicht vollständig erholt. Als er Janes Blick bemerkte wusster er aber was er zu tun hatte. Auch wenn sie sich lange nicht gesehen hatten und die beiden viel zu erzählen und nachzuholen hatten, so kannte er seine Frau doch zu gut. Er wusste sie würde nicht zu ihm kommen. Also sammelte er sämtliche Kraft die er aufzubringen im Stande war und ging zu Jane herüber. Er blieb vor ihr stehen und legte seine Linke Hand auf ihre Wange und sah ihr einfach nur in die Augen.

Jane versuchte es mit einem kleinen Lächeln. Aber es gelang ihr nicht. Schweigend erwiderte sie Davids Blick. Unwillkürlich fragte sich Jane wie sie wohl aussehen mochte. Während ihres Streits mit Danforth war David noch bewusstlos gewesen. Aber viele Tränen hinterlassen Spuren.

Trotzdem sah sie nicht weg. Es gab Jane einen kleinen Stich, wenn sie sich daran erinnerte, dass sie nie versucht hatte vor ihm etwas zu verbergen. Weder ihre Gedanken, noch ihre Gefühle.

Behutsam legte sie ihre Hand auf seine und strich einige Male darüber. Wenigstens seine Hände waren noch so rau und groß wie sie sie in Erinnerung hatte.

“Wie fühlst du dich?”, fragte Jane besorgt.

“Besser.” Antwortete David. “Ich werde noch ein paar ein wenig Zeit brauchen, bis ich wieder völlig der Alte bin, aber dank Dir und Deinen Freunden wird mir das gelingen.” Er schwieg kurz und ihm war anzusehen, dass er über seine nächsten Worte einen Moment nachdachte. Zögerlich sagte er dann.  “Ich habe dieses Leben nie für dich gewollt, musst du wissen. Und dennoch bin ich froh und erleichtert, dass du nun über uns Bescheid weißt und dieses Geheimnis nicht mehr zwischen uns steht.”

Mit dem Daumen strich er ihr über die Wange und wischte dabei die Spuren der ein oder anderen Träne beiseite. Er lächelte.

Er hatte sie immer leicht zum Lachen bringen können. Aber diesmal nicht. Sie sah an ihm herab und ihr Blick verharrte dort, wo das Hemd die frischen und altern Narben der letzte Monate verbarg. Jane konnte spüren wie der Zorn auf die Männer die das getan hatten in ihr hochkochte. Schmerz und Wut waren nah beieinander. Während David sprach hatte sie die Lippen fest aufeinander gepresst, kämpfte darum ihrer Gefühle Herr zu werden.

Als er geendet hatte, nickte Jane schweigend. Sie wollte ja reden, Fragen stellen und es gab einiges was sie ihm erzählen musste. Aber nicht hier wo die anderen sie hören konnte.

“David, können wir woanders weiterreden”, bat Jane leise. Sie sah zu den anderen hinüber die dicht beieinander saßen und dann zu ihrem Mann. “Bitte”, fügte sie eindringlich hinzu.

David nickte, fasste Sie an der Hand und führt Sie hinaus. Als sie das Haus verließen kniff er die Augen zusammen, die lange Zeit in Gefnagenschaft hatten ihn fast vergessen lassen wie die Welt im Sonnenlicht aussah und er brauchte einen Moment bis seine Augen sich daran gewöhnt hatten. Dann gingen Sie in eines der umliegenden Häuser. So gut es ging bereitete David ihnen eine Sitzgelegenheit in einer der Ecken. Als sie sich gesetzt hatten umfasste David Janes Hände mit seinen eigenen. Er blickte nun ernster. “Was ist es, dass du mir sagen willst?”

“Ich weiß kaum wo ich anfangen soll”, antwortete sie müde. Verärgert musste sie feststellen, dass ihre Augen wieder brannten. Jane hatte in den letzten Tagen mehr geweint als im letzten Jahr.

Sie holte tief Luft und begann: “Als du verschwunden bist, nachdem ich bemerkt habe, dass du nicht einfach nur zwei Tage länger in der Kaserne geblieben, habe ich angefangen Fragen zu stellen. Und nicht nur ich, David. Ich hatte beinah jeden Tag mindestens eine Mutter oder Ehefrau bei mir, die wissen wollte wo ihr alle von heute auf morgen ohne Vorankündigung hin verschwunden seid.” Jane machte keine kurze Pause. Sie hatte einige der Toten gekannt. Noch besser kannte sie natürlich die Familien aber es fiel ihr schwer von ihnen zu sprechen und sie konnte sich nicht vorstellen wie schrecklich es für David sein musste.
“Man hat uns einfach abgewiesen”, die Empörung über diese Ungerechtigkeit klang auch jetzt noch in Janes Stimme nach. “Wochenlang hat sich niemand bereit erklärt mit mir auch nur zu reden. Und dann habe ich-” Sie brach ab, löste ihre Hand aus seiner und strich sich durch das kurze Haar zu dem er noch nicht ein Wort gesagt hatte.

“Jane, du weißt wie das Militär arbeitet…..”

Es war das erste Mal, dass etwas wie Ärger in Janes grauen Augen aufblitzte. “Und habe ich dich jemals gedrängt über deine Arbeit zu sprechen oder auch nur Fragen gestellt, wenn ich wusste, dass du nicht darüber reden darfst?”

Eigentlich hatte sie ihm von der Sache mit Quentin erzählen wollen. Aber für den Moment war das vergessen.

“Du hättest mir etwas sagen sollen. Nicht was du tust, danach habe ich nie gefragt! Aber warum hast du mir nicht wenigstens gesagt, dass ihr auslaufen wollt? Du bist morgens aus dem Haus gegangen und ich dachte, wir sehen uns Abends wieder.”
Ehe er antwortete ließ David ihre Wut einen Moment über sich ergehen und ihre Worte auf sich wirken.
“Du hast recht.” begann er mit gesenktem Kopf. “Heute weiß ich das, aber damals….nun ich weiß nicht wie ich es dir erklären soll. Ich war in Sorge und auch in Angst, ich musste etwas tun, es wird dir nicht entgangen sein, wie wenig ich in den Tagen vor unserem Auslaufen geschlafen habe. Ich hatte nur eine kurze Aufklärungsmission im Sinn als ich den Befehl zum Auslaufen gab. Ich war auch früher schon ohne Ankündigung ein paar Tage länger weg, eine kurze Nachricht und alles wäre gewesen wie immer, aber dann kam alles anders. Ich habe mich wie ein einfacher Rekrut in die Falle locken lassen und jetzt” er stockte und blickte mit wässrigen Augen wieder zu ihr auf “sind sie alle…” er schluckte und sprach nicht weiter.

Jane sagte nichts, sie zog David einfach an sich und schloss ihn so fest sie konnte in die Arme. Sie wollte ihm sagen, dass es nicht seine Schuld war. Aber das war alles nicht so einfach.
“Ich weiß”, sagte sie stattdessen sanft.

Er ließ sich von ihr halten nur für einen Augenblick, er drückte sie einfam fest an sich, dann sammelte er sich. Atmete einmal tief durch und sagte: “Aber da ist sicher noch mehr was du mir sagen oder mich fragen willst.”

Jane nickte stumm. Sie begann ihren Ring zu drehen und dachte darüber nach was sie sagen sollte. Ihr Blick fiel auf den hölzernen Rosenkranz der um ihr Handgelenk geschlungen war.

Immer noch schweigend griff sie nach der kleinen Mappe die sie bei sich trug, schlug sie auf und reichte ihm die Aufzeichnungen die sie in ihrem Haus gefunden hatte. Dann sah sie David in die Augen und wartete auf eine Antwort.

Ein lächeln huschte übers David lippen. “Du hast viel gelernt im letzten Jahr.” In seiner Stimme klang fast so etwas wie Stolz mit. Während er durch die Seiten blätterte sagte er: “Ich habe sehr früh vermutet, dass mehr in dir steckt als man auf den ersten Blick vermutet, aber ich wusste nicht was genau das ist. Und ehrlich gesagt weiß ich es immer noch nicht genau. Du weißt nun was meine Aufgabe in der Navy ist und ich musste herausfinden was in dir steckt. Ich glaube du warst dir selbst lange nicht bewusst, dass etwas besonderes in dir steckt. Ich konnte dich nicht einfach mitnehmen und jemandem vorstellen in der Hoffnung dahinter zu kommen. Ich hätte unser Geheimnis gefährdet und eventuell sogar dich und das konnte ich nicht riskieren. Du weißt inzwischen sicher selbst, dass Menschen mit gewissen Fähigkeiten in unseren Rängen seit einigen Jahren äußerst kritisch beäugt werden.

Eine Woge der Zuneigung überkam Jane als sie sein Lächeln sah. Sie war selbst überrascht von sich selbst. Aber sie zwang sich das zu sagen, was sie sich vorgenommen hatte. “Ich war furchtbar wütend als Moseley deine Notizen entdeckt hat”, gestand sie und senkte den Blick. Ihre Stimme war jetzt leise. “David, du hast keine Ahnung was ich tun kann. Die anderen, manche von ihnen haben Angst vor mir. Sie haben es mir selbst gesagt. Und ich-” sie sah zu ihm “ich habe manchmal selbst Angst vor dem was ich tun kann.”

“Natürlich warst du wütend” sagter er, wieder war dieses kurze lächeln zu sehen, dann aber legte er seine Stirn in falten. “Jane, was genau ist es, das tun kannst?”

“Ich kann Gedanken lesen”, begann sie vorsichtig. “Ich kann den Verstand anderer manipulieren. Wenn ich will kann ich sie verwirren oder ihnen für einen Augenblick vorspielen sie wären stärker, geschickter oder dümmer. Ich kann Dinge mit meinem Geist bewegen und mich oder andere damit schützen und ich-”, sie brach ab, für einen Moment gefangen in den noch frischen Erinnerungen. “Ich kann die Kontrolle über einen fremden Geist übernehmen. Ich kann sie kontrollieren. Ich-”
Jane schlug die Hände vors Gesicht. Danforths Worte hallten in ihrem Kopf wieder.

David zog Jane an sich. “Du bist ein guter Mensch Jane. Ich weiß du wirst diese Fähigkeiten niemals leichtfertig benutzen. Und ganz bestimmt nicht nur zu deinem eigenen Vorteil.
Aber du wirst training brauchen um die volle Kontrolle über deine Kraft zu erhalten.
Wenn wir das hier alles überstanden haben, werden wir jemanden finden der sich deiner annehmen kann. Was deine Freunde angeht, sei offen zu Ihnen. Sie haben dich bis ans Ende der Welt begleitet nur um dir zu helfen mich zu finden. Vergraule sie nicht in dem ihre Ängste durch Verschlossenheit schürst. Du scheinst dort ein paar sehr treue und besonderen Menschen gefunden zu haben, so etwas ist selten.”

Jane fing an zu weinen. “Ich wollte nur helfen. Ich konnte doch nicht zulassen, dass er ihn umbringt.” Und sie erzählte rasch was während des Kampfes in den Ruinen vorgefallen war. “Du hast keine Ahnung was er heute Morgen alles zu mir gesagt hat. Es war furchtbar.”

Er hielt sie weiter im Arm. “Willst du mir erzählen was er gesagt hat?”

“Er sagte, was ich getan habe sei widerwärtig und abscheulich gewesen. Schlimmer als Mord” Jane löste sich ein wenig und sah zu ihm auf. “Ich habe versucht es ihm zu erklären. Ich habe es wirklich versucht, aber er versteht es einfach nicht! Wie kann ich denn nichts tun, wenn ich genau weiß, dass ich einen Freund beschützen könnte? Irgendjemand musste doch etwas tun und es waren so viele. Wenn ich den Mann einfach wieder sich selbst überlassen hätte, dann hätte er uns mit seinem Zauber alle umbringen können.”

Sie rieb sich über die stark geröteten Augen. “Ich bin es leid, David. In jeder der letzten Nächte habe ich davon geträumt. Ich kann kaum schlafen weil mich das Gefühl einholt wie dieser Mann gestorben ist. Es war schrecklich. Es ist schrecklich. Und dann auch noch gesagt zu bekommen, wie grausam oder schändlich man ist.” Jane fing wieder an zu weinen.

“Es ist nie leicht einem anderen Menschen das Leben zu nehmen, Jane. Ich bin sogar froh, dass es dir so nahe geht, das bestätigt was ich gesagt habe. Du bist ein guter Mensch in einer schwierigen und verwirrenden Situation. Soll ich einmal mit Danforth reden?”

Jane schien einen Moment darüber nachzudenken, dann nickte sie.
“Ich bin so froh, dass du wieder da bist”, sagte sie.

“Von nun an keine Geheimnisse mehr” antwortete er.

Jane nickte und sah mit gerunzelter Stirn zu ihm auf. Sie trocknete ihre Tränen so gut es ging, ehe sie fortfuhr. “Da wäre dann wohl noch etwas, dass ich erklären sollte.”

“Ich bin ganz Ohr”

Jane spürte wie ihre Wangen heiß wurde. Nach allem was sie gesagt hatte, sollte das jetzt eigentlich doch das geringste Problem sein.
“Nun-”, begann sie zögernd und drehte eine ihrer viel zu kurzen Haarsträhnen zwischen zwei Fingern. “nachdem wir beinah einen Monat nichts von euch gehört hatten und auch kein Brief kam, konnte ich schlecht so tun als sei dies nicht ungewöhnlich. Ein paar der anderen Frauen und ich sind bei Commodore Dixon vorstellig geworden. Aber er hat uns unmöglich behandelt. Meinte wir sollen uns doch keine Sorgen machen, der Sold würde schon bezahlt werden und dass wir uns lieber um unser Haus kümmern sollten, statt ihm seine Zeit zu stehlen. Er hat uns fast hinausgeworfen.” Die Erinnerung an dieses unmögliche Behandlung vertrieb die peinliche Röte von Janes Wangen.
“Also habe ich einen Brief an den Rear Admiral aufgesetzt und mich über sein Verhalten gegenüber der Soldatenfrauen beschwert. Ich habe geschrieben, dass wir alle Verständnis für die Belange der Navy hätten, aber auch ein Recht darauf in einem angemessenen Maße informiert zu werden. Und ich habe auf einer Antwort bestanden.”
Jane sah David abwartend an.

David schmunzelte. “Hast du eine Antwort bekommen?”

Jane nickte beklommen. “Eine ziemlich umfassende sogar. Er hat sich für den offenbar nicht sehr feinfühligen Umgang mit den Damen entschuldigt. Er bedaure mir nicht mehr mitteilen zu können, aber offenbar sei es zu einem unvorhergesehenen Übungseinsatz gekommen. Alles habe soweit seine Richtigkeit und er bedaure aufrichtig und so weiter. Aber er würde an meinen Patriotismus appellieren und hoffen, ich könne nun die Ängste deiner Frau und der anderen Damen lindern.”

“Die Ängste meiner Frau? fragte David nach, “Den Brief hat also ein gewisser Quentin Finnigan aufgesetzt”?

Jane nickte. “In der Tat und er hat eine umfassendere Antwort bekommen als ich sie jemals bekommen hätte.”

“Da hast du durchaus recht. Aber so funktioniert unsere Welt nunmal aber ich glaube eine leichte Verbitterung darüber in deiner Stimme zu hören.”

Jane nickte. “Manche Dingen kommen mir heute ungerechter vor als früher. Wenn eine Ehefrau nicht das Recht Auskünfte zu bekommen wer denn dann? Ich meine, weshalb antwortet man irgendeinem Verwandten und glaubt man habe das Recht diese Dinge von einer Frau fernzuhalten. Immerhin sind wir es die auf euch warten und-”

Mit einem Seufzer und einem kleinen Lächeln brach sie ab. “Entschuldige, ich wollte eigentlich etwas anderes sagen.”

“Jane, deine Selbstständigkeit, dein klarer Verstand und dein Mut deine Meinung zu sagen, sind ein Paar der Gründe warum ich die geheiratet habe. Aber du wirst die Welt nicht aus den Angeln hebeln können. Es ging doch nur darum euch zu Schützen und euch nicht weiter verängstigen, nicht alle Frauen sind so stark wie du, Jane.
Du hast es bisher immer auf deine Art geschafft dich durchzusetzen, bleib dabei. Das sind Dinge die du kannst. Du machst gerade genug durch, du musst dir nicht noch mehr aufhalsen.
Aber was ist es was du mir eigentlich sagen wolltest.?”

Jane nickte. Dabei fragte sie sich, ob David ihren Mut und ihren Verstand in wenigen Augenblicken auch noch gutheißen würde.

“Nun bis die Antwort des Rear Admiral eintraf, hatte ich zu Hause bereits dein Versteck unter der Diele im Gästezimmer gefunden. Mit den Schriftzeichen konnte ich natürlich nichts anfangen. Aber da war ja noch diese Karte auf der du London markiert hast. Erinnerst du dich noch, dass wenige Tage bevor du verschwunden bist der Brief dieses Verlegers aus London ankam? Ich habe dir ja schon erzählt, dass ich Anfang des Jahres nach London gereist bin. Ich habe mir ein Zimmer im East End genommen und zwei Wochen lang sämtliche Hafenkneipen abgeklappert in denen sich Offiziere der British Navy oder Amerikaner herumgetrieben haben.”

Sie warf ihm einen abwartenden Blick zu.

Er seufzte. “Nun das wird dir nicht viel gebracht haben. Aber falls du dir sorgen machst, ob ich böse mit dir bin, das bin ich nicht. Ich hätte mir gewünscht, dich nicht in dieser Welt zu sehen aber du hast mir das Leben gerettet und dafür bin ich dir sehr dankbar.”

“Das beruhigt mich tatsächlich ein wenig. Aber-” Jane brach wieder ab. Sie konnte es ihm einfach nicht sagen, was schon ziemlich absurd war wenn man bedachte in was für einer Lage sie sich befanden. “siehst du es fing alles mit diesem Brief an. Ich habe auch die nächsten wichtigen Briefe mit Quentin unterzeichnet und dann die Verabredung mit dem Verleger genutzt damit er die Überfahrt bezahlt. Ich wusste ja wo ich mit der Suche beginnen wollte und als ich hätte ja nie- also alleine hätte ich mich nicht in solchen Gegenden herumtreiben können. Also dachte ich mir, schön und gut, wenn niemand Mrs. Finnigan dabei helfen will ihren Mann zu finden und niemand mit ihr redet, geschweige denn es einer anständigen Frau gestattet sich alleine in Kneipen und Soldatenkreisen herumzutreiben. Dann versuche ich es halt anders. Also bin ich-”, sie unterbrach sich kurz und zwang sich David in die Augen zu sehen. “als Quentin Finnigan in London an Land gegangen.”

“Ich dachte mir schon, dass deine Geschichte darauf hinaus läuft. Ich kann nicht gerade sagen, dass es mich glücklich macht, dass meine Frau sich in solchen Kreisen herumgetrieben hat. Wenn ich daran denke was hätte passieren können dreht sich mir der Magen um. Und wenn ich auch noch dein Leben auf dem Gewissen hätte…. nun darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Ich hoffe dass Quentin Finnigan nun wieder zu seinem Leben als einfacher Autor zurückkehren kann und du einfach wieder meine Jane sein kannst.”

Jane lächelte und in ihren Wangen zeigten sich die kleinen Grübchen. Sie umarmte ihn und nickte.

Er drückte ihr einen Kuss auf Stirn und erwiderte ihre Umarmung.

“Solange du jetzt nicht von mir erwartest, dass ich sobald wir in Kairo sind meine Koffer packe und das nächste Schiff nach Boston nehme und dich und die anderen zurücklasse.”

“Ich denke dafür ist es zu spät, selbst wenn ich das wollte, du hängst doch inzwischen viel zu tief drin.”

Sie nickte abermals. “Schon gut, mir geschieht schon nichts. Mach dir darüber bitte keine Sorgen.”

“Was wäre ich für ein Ehemann, wenn ich mir keine Sorgen machen würde? Aber ich weiß dass du inzwischen ganz gut auf dich aufpassen kannst und deine Freunde scheinen ihren Teil dazu beizutragen.”

“Du hast mir gefehlt”, sagte sie lächelnd. “Und was die Anderen angeht, da hast du Recht. Ich wüsste nicht was ich ohne sie getan hätte. Eins sollte ich dir vielleicht noch sagen, Moseley hat wenn er auf den Beinen ist einen ziemlich losen Umgangston auch gegenüber mir.”

“Ja was soll ich sagen, die Rippers scheinen diesen Menschenschlag geradezu magisch (bei diesem Wort zwinkerte er) anzuziehen.”

Jane lachte. Es war ein kleines Lachen, aber es belebte sie ungemein.
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Ägypten, 14. August 1895 - David & Jane
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