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 Juli - September: Suche nach Captain Finnigan

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Pantaleon

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BeitragThema: Juli - September: Suche nach Captain Finnigan   Mi Sep 20, 2017 7:55 pm

28. Juli, 1895 AD, Sonntag
Und wieder einmal setzen wir Fuß auf den gottverlassenen afrikanischen Kontinent. Ich habe Ihn nicht vermisst. Die Hitze, die Insekten, die Muselmanen. Doch ich darf mich nicht beirren lassen. Wir haben ein Ziel.
Kommunikation mit den Einheimischen erweist sich als schwierig. Nur Miss O’Sheehan ist des Arabischen mächtig und die Ägypter ignorieren sie gänzlich, nur weil sie weiblich ist. Ägypten mag Teil des Empires sein, doch hier ist noch vieles an Arbeit zu tun.

29. Juli, 1895 AD, Montag
Dieses Mädchen hat wohl einen Narren an uns gefressen. Sie spricht ein überraschend gutes Englisch im Vergleich zu unserem Karawanenführer und dem Rest des Packs. Sie scheint auch mit Abstand die Schlauste unter unseren Begleitern zu sein.
Wenn ihr Onkel tatsächlich gute Karten der Region im Angebot hat, könnte das nützlich für uns sein. Wir sollten diesem Abdul ibn Rashtul in Kairo zumindest einen Besuch abstatten.

04. August, Sonntag
Wir erreichen Kairo. Die Kleine zeigt uns einen unscheinbaren Laden in einem zwielichtigen Viertel, dann machen wir uns auf die Suche nach Al’s Place, wir finden es einfach genug. Als wir Mr Frazer, der hinter der Theke steht, einen Gruß vom Yankee ausrichten, offenbart er uns den Eingang zur Loge.
Wo heruntergekommen und verwahrlost ist, ist die Loge erstklassig ausgestattet. Die europäische Einrichtung und das vornehmlich hellhäutige Klientel sind dennoch eine angenehme Erfrischung nach dieser Karawanenreise. Dromedare sind grässliche Tiere.
Es herrscht auch ein deutlich geschäftigeres Treiben als in der New Yorker Loge. Durch Grabraub haben die Menschen hier noch viel öfter Kontakt zu wandelnden Mumien und heidnischer Magie. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Zum einen ist es gut zu sehen, dass nicht alle ehemaligen Streiter unserer Aufgabe den Rücken zu kehren und sich in Ignoranz in Sicherheit lullen. Andererseits fürchte ich, dass viele von Frazers Streitern eher niederen Beweggründen und Geldgier hierher folgen.
Allen Frazer zumindest ist soweit freundlich und hilfsbereit. Doch seine Antworten auf unsere Fragen geben nur größere Rätsel auf. Mr. Finnigans Karte führt ins Nirgendwo? Nicht einmal Frazer weiß, was dort in der Wüste zu holen sein soll.
Was hat Captain Finnigan dort draußen gefunden?

Dieser Abdul ist eine scheußliche Kreatur. Frazer mag uns versichert haben, dass er harmlos ist, aber er ist mir dennoch höchst zu wieder. Geldgierig und undankbar.
Doch diese Karte… Faszinierend. Sie muss tatsächlich alt sein, mehrere hundert Jahre. Den lateinischen Versen und dem Kreuz zu urteilen auch definitiv nicht aus arabischer Feder. Kreuzfahrer vielleicht?

04. August, 1895 AD, Sonntag. Abends
Finnigan. Den Ton, in dem sie sich in letzter Zeit vergreift kann ich ganz und gar nicht leiden. Natürlich, diese Situation ist eine Belastung die unsereins kaum nachempfinden kann. Fragen, die ihr näher gehen als es bei uns je möglich wäre. Das Leben ihres Mannes, dass immer mehr enthüllt wird. Doppelleben, Notizen über sie, eine geheime Mission, ein Gesundheitszustand der Fragen aufwirft aber mit Sicherheit sich nicht verbessert.
Dennoch ist das keine Entschuldigung für Unhöflichkeit und Egoismus. Was steckt noch dahinter? Rosenkreuzer? Auch nicht. Bisher hatten sie außer einer Zunahme an Selbstvertrauen weniger Auswirkungen auf sie gehabt als ich befürchtet habe. Legt die Belastung der Ereignisse tiefer liegende Emotionen in ihr frei oder gibt es andere Gründe?
Ich mache mir Sorgen. Nein, Sorgen trifft es nicht. Mehr. Ärger. Miss O’Sheehan teilt meine Meinung, das bestärkt mich in meinen Befürchtungen. Wir haben das Thema angesprochen. Das war ein Anfang. Ich bezweifle allerdings, dass sich viel ändern wird. Ich gebe ihr eine Chance.

05. August, 1895 AD, Montag
Aufbruch in die Wüste.  Wir haben Wasser, Kamele und einen ortskundigen Ripper.
Finnigans Ring wird zunehmend gelb und dunkler. Wenigstens enthält sie uns das jetzt nicht mehr vor.

07. August, 1895 AD, Mittwoch
Die Karte erscheint morgens nicht so wie meine restliche Ausrüstung. Miss O’Sheehan bot an, sie sich einmal genauer anzusehen und auf arkane Spuren zu untersuchen. Bei genauerer Analyse entdeckte sie arkane Symbole, die unter magischer Betrachtung aufleuchteten. Jane konnte davon einige entziffern, die eine Bedeutung in Richtung „Bannen,“ „Einschließen“ oder „Fangen“ haben. Höchst eigenartig. Was für eine Karte hat uns Abdul da gegeben? Ein Grab? Ein Gefängnis einer übernatürlichen Kreatur, die hier mit der Hilfe Gottes gebannt wurde? Vielleicht sollten wir es doch nicht riskieren.

11. August, 1895 AD, Sonntag
Ruinen am Horizont. Dazwischen sieht man Menschen. Scheinbar haben sie uns allerdings nicht entdeckt. Wir beobachten die Szene genauer und befragen Finnigans Ring: Dies ist definitiv der richtige Ort. Zwischen den teilweise verfallenen Steinhütten zählen wir ungefähr zwanzig Menschen und vier nur zu bekannte Gestalten: Schattenhunde.
Was genau die Menschen hier tun können wir nicht erörtern. Sie tragen Schaufeln, doch von dieser Entfernung können wir keine Ausgrabungsstätte erkennen. Sherpa, unser Führer weiß nichts von diesem Ort. Haben sie diese Ruinenstadt ausgegraben? Wir entscheiden uns dazu, nachts näher heranzuschleichen.
Mosley und O’Sheehan haben dabei die besten Chancen und machen sich in tiefster Dunkelheit auf den Weg. Zurück bleiben Finnigan und ich, die rastlos mit geladenen Waffen unseren Gefährten nach in die Dunkelheit starren.

12. August, 1895 AD, Montag
Nach gefühlt einer kleinen Ewigkeit kommen Mosley und O‘Sheehan endlich wieder. Ohne Gebell, Schreie oder Schüsse. Wie es scheint wurden sie tatsächlich nicht entdeckt. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich hatte bereits damit gerechnet, jeden Augenblick von Schattenbestien überrannt zu werden.
Sie erzählen uns, was sie herausfinden konnten:
Es gibt ein großes, nachts noch erleuchtetes Hauptgebäude, in dem die Herrschaften, die mit Schlangentätowierungen bedeckt sind (passt zu Captain Finnigans Notizen) wohl offensichtlich der Kabale angehören, schlafen und ihre Freizeit verbringen. Ein ausgetretener Pfad führt zu einer weiteren unscheinbaren Hütte, aus der man Schaben und metallisches Knacken (Grabung?) hören konnte, sowie arabische Stimmen: „Wir kommen dem Ziel näher.“ „Wie viele sind noch übrig?“ „Vielleicht sieben oder acht“ „wenn wir es nicht bald genug finden, verlieren wir zu viel Zeit“ „Wir wissen nicht mal genau, ob wir richtig sind, die Angaben waren vage genug.“
Höchstwahrscheinlich arbeiten die Gefangenen um Captain Finnigan in dieser Hütte an einer größeren Ausgrabung. Sonst sah man keine Gefangenen oder überhaupt Europäer.
Dort hinein zu kommen wird schwierig. Und lebend wieder heraus umso mehr.

Den Schattenhunden sollten wir nach Möglichkeit auf keinen Fall nachts begegnen. Nachts sind allerdings weniger Kabalisten unterwegs. Nachts anschleichen, in einem Haus verstecken, tagsüber angreifen?
Was wissen wir noch?
Man muss davon ausgehen, dass die Schlangenmänner von uns informiert wurden. Capt. Finnigan warnte bereits, dass die Loge in Boston infiltriert wurde. Man mag zwar nicht wissen, was wir genau suchen und was wir wissen, aber die Kabale wird Warnung ausgesendet haben, dass man endlich der verschwundenen Truppe sucht. Eine weitere Frage, die sich mir stellt: Der Yankee meinte, dass regelmäßig Briefe von Capt. Finnigan bei ihm eingehen. Wer schreibt diese, wenn Finnigan hier in der Wüste gefangen gehalten wird? Kontakte in Boston oder jemand hier vor Ort?
Hier leben mindestens zwanzig, wahrscheinlich sogar mehr Menschen. Die müssen regelmäßig mit Nahrung und Wasser versorgt werden. Solche Besuche bringen auch Informationen. Die Schlangenmenschen hier sind also sicher nicht auf eigene Faust unterwegs. Da muss mehr dahinterstecken, womöglich geht es bis zu Jack persönlich? Der kennt uns inzwischen auch und damit seine ganze Bande.
Und warum sonst betreibt man die nicht zu vernachlässigende Mühe, sechs Schattenhunde als Wachen zu beschwören, wenn man hier draußen in der Wüste ist wo sonst niemand vorbei kommt? Eine nichtsahnende Karawane könnte man sicher auch mit guten Worten oder Trinkgeld fernhalten.

Wir werden uns heute Nacht in das Lager schleichen und dann weitersehen, ob wir Tagsüber einen guten Moment für reinen Überfall abpassen können. Ich bete für eine dunkle Nacht. Wenn man uns auf dem Weg ins Lager entdeckt, sehe ich schwarz für unser Unterfangen.


Zuletzt von Pantaleon am Sa Dez 09, 2017 2:45 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Pantaleon

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BeitragThema: Re: Juli - September: Suche nach Captain Finnigan   So Okt 08, 2017 10:33 pm

12. August 1895 AD, Montag
Wir leben noch. Geschunden und blutig, aber wir leben. Abbygale kommt durch. So weit hätte es nicht kommen dürfen. Nicht so schnell. Einmal war genug. Und diesmal hätte ich sie beschützen können. Ich hätte die Schüsse auf mich ziehen müssen. Sie ist doch so zerbrechlich. Unverzeihlich. Meine Schuld. Es ist meine Aufgabe, für das Überleben meiner Gefährten zu sorgen.
Abbygale O’Sheehan… Eigentlich hat sie an so einem schrecklichen Ort nichts verloren. Und dennoch… Sie hat den Geist einer Kämpferin. Sie stellt sich den Gefahren die da lauern ohne mit der Wimper zu zucken. Sie opfert alles für unsere Aufgabe. Sie war dem Tod schon einmal so nah und trotzdem ist sie nicht zurückgeschreckt.
Was fühle ich? Ich kann es nicht beschreiben. Das Gefühl, dass ihr Leben mehr am Herzen liegt als mein eigenes. Ich fühle mich für sie verantwortlich. Sie ist wie eine Tochter, wie eine Schwester für mich. Sie zeigt mir, wofür wir kämpfen. Die Zukunft. Wir bewahren die Unschuld, die Freude, die Schönheit von Gottes Schöpfung.

13. August 1895 AD, Dienstag
Diese Frau… Ich glaube ihr, dass sie meinte, was sie sagte. Ich glaube ihre Verzweiflung, ihre Angst, ihr Gefühl der Machtlosigkeit. Hat sie dadurch mein Vertrauen in dieser Sache wiedererlangt? Wohl kaum. Unwissenheit und Unfähigkeit sind keine Entschuldigung. Ihre Sünden lasten schwer. Und ihre Worte… ich weiß nicht ob ich ihnen trauen kann. Sie meinte sehe ihren Fehler ein. Doch tut sie das wirklich? Sie ist sich durchaus bewusst, dass sie etwas Schreckliches getan hat. Doch weiß sie *wie* schrecklich? Weiß sie, welchen Mächten sie nachgegeben hat?
Sie meint, sie hätte keine Kontrolle über ihre Fähigkeiten. Soll mich das beruhigen? Oder versucht sie sich der Verantwortung ihrer eigenen Taten zu entziehen? Was wäre schlimmer?
Ich hoffe, dass Sie weise genug ist, um sich im Zaum zu halten. Sonst kann ich wenig für sie tun. Wenn sie wenigstens um Hilfe oder Rat fragen würde, aber nein.
Wenigstens macht Captain Finnigan inzwischen einen besseren Eindruck. Diese Hunde haben ihn übel geschunden, aber es scheint nur oberflächlich zu sein. Ich hoffe, dass er in ein paar Tagen wieder auf den Beinen ist. Vielleicht kann er seiner Frau etwas Vernunft zureden.

18. August 1895 AD, Sonntag
Abbygale macht einen guten Eindruck. Ihre Wunden schließen sich schnell. Ich sehe, dass sie endlich aus diesem Bett will aber sie darf nichts überstürzen. Ich werde sie etwas zurückhalten, aber das ist sie ja inzwischen gewohnt.
Mosley ist der Tunnel ganz und gar nicht geheuer. Ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Was auch immer diese Schlangenmenschen hier unten gesucht haben, scheinbar haben sie doch an der richtigen Stelle gegraben. Wir können nicht riskieren, dass sie wiederkommen und weiter graben.
Also packen wir an. Und gen Abend brechen wir durch in einen gemauerten Gang. Dahinter finden wir einen Saal mit einem einzelnen Steinaltar mit fremdartigen Hieroglyphen darauf. Abbygale kann sie auch nicht entziffern. Doch die Statue darauf ist noch fremder. Eine sich aufbäumende Kobra, scheinbar aus schwarz-rotem Glas und mit funkelnden Diamanten als Augen. Abbygale kann darin eine arkane Macht erkennen. Ihrer Meinung nach ist es ein Baustein für ein größeres Ritual. Was nun?
Ich sehe nur eine Möglichkeit: Dieser Götze gehört zerstört. Mit dem, was Captain Finnigan während seiner Gefangenschaft aufschnappen konnte wird es sich um die abscheuliche Gottheit dieser Unholde handeln. Und wenn sie mit einem Ritual zusammenhängt können wir nicht riskieren, dass sie doch in falsche Hände gerät, wenn wir sie in einem Stück lassen.
Abbygale und Mrs Finnigan halten es für keine gute Idee. Sie wollen sie nicht zerstören ehe wir nicht mehr darüber wissen. Sie haben Sorge, dass es etwas gebunden hält. Ich teile Ihre Sorgen nicht. Unheilige Artefakte wie dieses hätten nie überhaupt geschaffen werden dürfen. Sie haben keinerlei Existenzberechtigung.
Endgültig einigen wir uns darauf, die Statue zu zerstören. Als Arthur auf sie schießt zerspringt sie in tausend Stücke und ein kränklicher Rauch wabert aus dem Inneren und löst sich auf. Sonst passiert nichts. Kein Dämon taucht auf, kein Erdbeben bricht los, keine Fallen lösen aus. Gut so. Für endgültige Sicherheit sprengen wir die Gruft und den Gang.
Zeit, diesen gottverlassenen Ort endlich hinter uns zu lassen.

24. August 1895 AD, Samstag
Schmerzen. Endlose Schmerzen, wie ich sie noch nie zuvor gespürt habe. Der metallische Geschmack von Blut und geröstetem Fleisch ist nicht aus meinem Mund zu bekommen. Ich könnte etwas zu trinken vertragen. Etwas Richtiges.
Ich sollte tot sein. Und doch sah ich kein Licht in der Dunkelheit. Keine himmlische Wärme, keine goldenen Posaunen. Ich war allein. Vor meinem Auge sah ich lodernde Flammen und verzerrte Gesichter. Ich fühlte mich umschlossen von Schwärze und Flammen und nach allen Regeln der Natur hätte ich dort bleiben sollen. Der Gestank von brennendem Schwefel geht mir nicht aus der Nase. Rauch kratzt noch immer meine Kehle.
Ich weiß genau, wo ich war. Und dennoch hat der Herr mich in seiner unergründlichen Weisheit von dort zurückgeholt. Meine Seele hat der Teufel längst für sich beansprucht. Doch mein Werk auf Erden ist noch längst nicht getan. Jede Faser in meinem Körper wird bis zu meinem Tod gegen die Ausgeburten der Hölle kämpfen. Das ist mein Auftrag, das ist mein Schicksal.

Doch dieser Kampf… Was kann ich gegen eine Kreatur wie dieses Drachengeschöpf ausrichten? Ich habe kaum an seinen Schuppen gekratzt und es hat nichts gebracht. Und jetzt liege ich hier, verkrüppelter denn je und bin nur eine Belastung für meine Gefährten.
Was hätte ich anders machen müssen? Wenn ich laufe, lasse ich die anderen im Stich. Unverzeihlich. Wenn ich bleibe, dann was? Ich mag nichts ausrichten, aber jeder Schlag gegen mich ist ein Schlag weniger gegen Abbygale. Oder jemand anderes.
Immerhin ist sie unbeschadet davongekommen. Sie hat sich schlau angestellt, muss ich ihr lassen. Aber was, wenn wir gegen mehrere Feinde stehen? Oder sie nicht ohne weiteres ausweichen kann? Ich werde auch in Zukunft nichts an meinem Vorgehen ändern können.
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BeitragThema: Re: Juli - September: Suche nach Captain Finnigan   Mi Nov 08, 2017 6:06 pm

05. September 1895 AD, Donnerstag

Mr Finnigan kam heute deutlich erregt auf mich zu und bat mich, noch einmal mit seiner Frau zu sprechen. Unser Gespräch ging ihr sehr nahe, meinte er. Ich begrüße es, dass meine Worte nicht wirkungslos an ihr vorbei gehen, aber ich möchte auch nicht, dass wir uns falsch verstehen.
Mein Ziel ist es nicht, ihr Angst zu machen oder sie auf ihren rechten Platz zu scheuchen unter Androhung von ewiger Verdammnis. Ich möchte, dass sie versteht mit welchen Mächten wir es hier zu tun haben und warum es so wichtig ist, dass wir sachte treten.
Mr Finnigan schien etwas unvorbereitet darauf, dass ich so bereitwillig auf seine Bitte einging. Was hat er für ein Bild von mir? Was hat ihm seine Frau über mich erzählt? Ich bin kein übereifriger Prediger. Oder? Ist das das Bild, was andere von mir haben? Das Bild des rücksichtslosen Kreuzfahrers mit Feuer und Schwert vor dem sich selbst seine Verbündeten fürchten?

07. September 1895 AD, Samstag

Ich werde nicht schlau aus dieser Frau. Ich habe heute noch einmal mit ihr geredet. Ich habe das Gefühl, dass ich ihren Worten nie ganz trauen kann. Während unseres ersten Gespräches meinte sie, sie wäre sich des Ausmaßes ihrer Taten bewusst. Heute erschienen meine Erklärungen neu für sie. Ich fragte sie, ob sie ihre Taten bereue. Sie antwortete, sie bereue das Geschehene. Das ist nicht das gleiche. Das Resultat waren tote Kultisten. Das Problem ist in diesem Falle, wie wir dorthin gekommen sind. Und im nächsten Satz kündigt sie an, dass sie es wieder tun würde. Das ist nicht, was Reue bedeutet!
Ich habe das Gefühl, dass sie mir immer erst das sagt, was ich hören möchte um mich zu besänftigen und dann erst die Wahrheit. Wie kann solchen Worten trauen?
Wer ist schlimmer? Mosley, der seine Gottlosigkeit offen zugibt? Oder die, die sich als gute Christin darstellt, stets ihr Kreuz trägt und regelmäßig zur Beichte geht, nur um danach jede Regel des Buches ohne Wimpernzucken in den Wind zu schlagen?
Ich zweifele nicht an ihrem guten Herzen und ihrem unnachgiebigen Einsatz im Kampf gegen die Dunkelheit. Ihre Absichten sind rein. Doch egal, mit welcher Absicht man eine Pistole führt, sie kann nur Tod herbeiführen.
Was mir mehr Sorge als alles andere bereitet ist ihr Hochmut. Sie maßt sich an, Gottes Taten verstehen zu können!
Ich bin der Ansicht, dass diese Fähigkeiten ein Spiegel ihrer Persönlichkeit sind. Ihre Fähigkeiten scheinen deutlich enger mit ihr selbst verbunden zu sein als bei Miss O’Sheehan. Weder Sie noch ich wissen, woher sie kommen. Und gerade deswegen sollte sie sie zügeln.

Sie ist eine erwachsene, verheiratete Frau. Sie pocht oft genug auf ihre Selbstständigkeit. Ich bin beinahe versucht, sie ihrem Schicksal zu überlassen.
Doch ihre Taten betreffen nicht nur sie. Jeder Sieg für den Teufel ist eine Niederlage für das Gute. Jede Untätigkeit unsererseits ist ein Sieg für den Teufel. Jeder ihrer Schritte in Richtung der Versuchung bringt uns alle mehr in Gefahr und öffnet ihre Seele für die Machenschaften des Bösen.
Sie fragte mich, was falsch daran sein kann, ihre Mächte zu benutzen um das Leben eines geliebten Gefährten zu bewahren.
Sie redet, als ob es zwischen Gut und Böse, zwischen Richtig und Falsch Abstufungen gäbe. Doch das ist falsch. Auf dieser Welt gibt es nur zwei Mächte: Auf der einen Seite stehen der Herr und all jene, die danach streben, sein Werk zu vollbringen. Auf der anderen Seite stehen die, die es zu verhindern suchen.
Gott ist allmächtig. Nichts kann seinem reinen Glanz widerstehen. Doch die Mächte der Finsternis sind tückisch. Sie hüllen die Welt in Schatten und zeigen sie uns in Tausend grauen Schleiern. Sie locken die Menschen zu ihnen mit dem Duft von Macht, und gaukeln uns vor wir könnten sie kontrollieren. Wir dürfen uns nicht dieser Verlockung hingeben.
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