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 Kairoer Loge, 4. August 1895 - Danforth, Abbygale & Jane

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Laura
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BeitragThema: Kairoer Loge, 4. August 1895 - Danforth, Abbygale & Jane    Mo Sep 04, 2017 9:18 pm

Als Loge in Kairo war eine angenehme westliche Überraschung in diesem fremden Land. Sie war zwar deutlich geschäftiger als die Loge im New Yorker Untergrund, doch es boten sich dennoch genügend ruhige Ecken für Gespräche oder Arbeit.
Sie alle waren mit den Vorbereitungen für die Abreise in den nächsten Tagen beschäftigt. Jane saß in der großzügig ausgestatteten Bibliothek, gebeugt über Karten und Bücher. Sonst war der Saal leer.

Danforth klopfte zweimal an das Holz eines nahen Bücherregals um auf sich aufmerksam zu machen, falls Jane ihn trotz des charakteristischen Klacken seines Gehstockes noch nicht gehört hatte. Abbygale ging beinahe geräuschlos neben ihm.
“Ahem, Mrs Finnigan? Haben Sie einen kurzen Moment Zeit?”

“Vielleicht sogar einen längeren…” Ergänzte Abbygale an seiner Seite mit erhobener Augenbraue zum Geistlichen.

Jane sah bereits auf als sie den vertraut hölzernen Gang des Reverends hinter sich hörte. Die beiden traten näher und Jane legte augenblicklich mit ihrem üblichen zurückhaltenden Lächeln das Buch in dem sie gelesen hatte bei Seite.
“Selbstverständlich.”
Dann stand sie auf und zog einen dritten Stuhl heran um sich sogleich darauf niederzulassen, so dass der Reverend gezwungen wäre auf einem der bequem gepolsterten Bibliothekssessel Platz zu nehmen.

Eine Geste die Abbygale unterstützte in dem sie,schneller als Danforth einen der normalen Stühle greifen konnte, sich einen dieser aneignete.

Der Reverend hielt für den Bruchteil einer Sekunde inne bevor er sich seufzend auf seinen Stock gestützt und elendig langsam in den Sessel hinab ließ. Dann blickte er zu Abbygale hinüber.

Abbgales Blick wanderte langsahm vom Reverend rüber zu Jane.
“Jane wir machen uns aktuell etwas sorgen um dich…”
Der Blick huschte wieder herüber zum Reverend.

Er beugte sich in seinem Sitz etwas vor. “Sie haben in den letzten Monaten Dinge gesehen, die ein Weltbild zerstören können. Wir haben Seite an Seite tödlichen Gefahren getrotzt. Sie sind eine der stärksten Personen, die is in meinem Leben habe kennen lernen dürfen. Und gerade deswegen besorgt es uns sehr wenn wir sehen, wie sich die Ereignisse der letzten Wochen auf dich auswirken.”

Jane hatte mit einem wachsamen Blick zugehört, der jedoch rasch einem viel weicheren Ausdruck gewichen war. Ein zarter Hauch von Röte überzog ihre Wangen als der Reverend das Wort übernahm.
Als er geendet hatte, schwieg Jane zunächst. Dabei sah sie zwischen Abby und Danforth ruhig hin und her. Es war allerdings kein langes, unbehagliches Schweigen. Jane nickte: “Fahren Sie nur fort, Reverend.”
Seine durchdringenden Augen blickten ernst und besorgt. “Sie müssen ihre Sorgen nicht vor uns verstecken. Wir sind alle freiwillig mit Ihnen auf diese Reise gekommen.”

Abby folgte stumm dem Gespräch. Nach vorne gelehnt an der Seite des Reverends ruhte ihr Kopf in ihrer Hand, deren Finger sich bis vor ihre lippen tasteten.

Verwirrt runzelte Jane ein wenig die Stirn. Ihr Blick huschte kurz zu Abby, ehe sie Danforth wieder in die Augen sah.

“Sie und ich hatten vor unserer Abreise in den Staaten ein recht langes und vertrauliches Gespräch was meine Sorgen und Befürchtungen angeht. Ich habe Ihren Rat gesucht, Reverend und mich Ihnen anvertraut.” Jane machte eine wohl bedachte Pause in der sie Danforth einen Blick zuwarf, der dem seinen in nichts nachstand.

“Ich muss also davon ausgehen, dass Sie auf etwas anderes hinauswollen.”

Er überlegte einen Moment um die richtigen Worte zu finden. “Es geht in diesem Falle nicht um die Situation zwischen Ihnen und Ihrem Mann, oder Ihr Verhalten gegenüber äußeren Gefahren. Es geht eher um…”

“Abbygale scherte linguistisch ein :” Wir machen uns sorgen dass du zu viel auf einmahl versuchst alleine mit dir auszumachen.” Sie warf einen Blick zum Reverend um sich zu versichern dass sie ihm nicht über den Mund gefahren war.

Danforth nickte nach einem abwägenden Moment zustimmend. “Das trifft es. Seit wir in Boston angekommen sind haben Sie sich mehr und mehr von allen Menschen zurückgezogen. Egal auf was wir dort draußen in der Wüste stoßen, Sie können ihm nicht alleine entgegen treten. Und wir können Ihnen nicht helfen, wenn Sie sich nicht helfen lassen.”

Jane nahm sich die Zeit aufmerksam zu zu hören. Sie nickte, hatte die Stirn ernst gerunzelt und ihr Mund war schmaler als üblich, doch es lagen weder Ärger noch Ablehnung in ihrem Blick. Als Danforth wieder das Wort ergriff, verweilte Jane jedoch für einen Moment bei Abby, die sie noch einen Moment länger betrachtete.

“Zunächst einmal, weiß ich Ihre Besorgnis zu schätzen. Abgesehen davon weiß ich gar nicht, wann ich mich das letzte Mal dafür bedankt habe, dass sie überhaupt bis hierhin mitgekommen sind. Ich möchte mich also gerne auch noch einmal dafür bedanken.”

Jane nickte knapp. Dann senkte sie den Blick auf ihren Schoß. Nicht betreten, sondern mit einer Spur Resignation.

Schließlich zog sie behutsam den goldenen Ring von ihrem Finger, nicht ohne dabei kurz über den Stein zu streichen und legte ihn vor sie drei auf den Tisch.

“Der Stein hat sich vor einigen Tagen verändert. Ein feiner schwarzer Ring. Sie bemerken es hier drinnen sicher nur, wenn Sie ihn ins Licht halten.”

Danforth nickte sein langsames, bedächtiges Nicken. “Danke, dass Sie es uns gesagt haben.” Er hob vorsichtig den Ring auf und hielt ihn ins Licht, um ihn genauer zu betrachten. “Ja… Ich sehe, was Sie meinen.” Er bot den Ring Abbygale an, damit auch sie ihn sich ansehen konnte. Dann wandte er sich wieder Jane zu. “Warum wollten Sie uns davon nichts sagen?” Seine stimme war tief und sanft.

Jane zuckte mit den Schultern. “Welchen Unterschied hätte das schon gemacht? Sie haben genauso wenig eine Antwort auf die Frage was es bedeuten könnte, wie ich. Alles was wir tun können ist spekulieren. Und ehrlich gesagt ist mir nicht danach über das Leben meines Mannes irgendwelche Theorien aufzustellen.”

Abbygale legte den Ring wieder zur Seite. “Das Problem dass wir gefunden haben ist nicht dass wir keine vermutungen anstellen dürfen. “ Während Sie den ring entschieden über den Tisch schob. ”Sondern dass wir uns von dir … naja Ausgeschlossen fühlen…”

Die Stirn des Reverends hatte sich in Falten gelegt. “Denken Sie nicht, dass wir ein Recht auf Wissen haben? Wir mögen Ihren Mann nie gesehen haben, aber wir setzen unser Leben aufs Spiel. Für Sie und Ihn.”

Ein aufmerksames Auge konnte beobachten wie bei der Argumentation des Geistlichen Abby eine merklich aufrechtere Haltung einnahm und sich ihr Gesicht minimal entspannte.

Wieder sah Jane kurz zu Abby, aber sie antwortete zunächst Danforth. “Doch, da haben Sie vollkommen Recht. Ich entschuldige mich dafür es Ihnen nicht sofort gesagt zu haben. Es wäre die richtige Entscheidung gewesen. So etwas wird nicht wieder vorkommen.”

Dabei griff sie nach dem Ring und schob ihn entschieden wieder an seinen Platz.

“Danforth und ich haben ja nicht sagen können was genau ist. Es war nur diese merkliche Distanz seid Boston … die zumindest mich schlichtweg beunruhigt hat.” Sagte sie während sie sich mit der rechten hand Haare zurecht rückte.

„Ich brauche von Ihnen keine Entschuldigung. Ich weiß, dass sie es nicht in böser Absicht verschwiegen haben. Ich will nur, dass wir auf Augenhöhe zusammenarbeiten.“ Er verlieh seinen Worten mit einer Handgeste Nachdruck. “Niemand in dieser Gruppe ist unwichtiger oder wichtiger als der Nächste.”

Jane nickte zur Antwort.

Danforths strenge Züge wurden etwas weicher. “Und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens”

“Soetwas wird nicht wieder vorkommen, ich verspreche es.”

Dann stand sie auf und begann die Unterlagen einzusammeln, die sie bereits in den letzten Stunden sortiert hatte. Ganz oben auf lag die Ledermappe aus Boston. Jane griff sich den kleinen Stapel und nahm ihn in die Arme.

“Ich möchte Ihnen noch einmal für Ihre Offenheit danken.”

“Lieber früher als später miteinander reden ist meist sicherer.” Nickte Abby beim Aufstehen zu.

Jane blieb noch einmal stehen, als sie den Raum schon beinahe verlassen hatte und sah die beiden an. Sie nickte wieder. Für einen Moment sah sie so aus, als wolle sie noch etwas sagen. Ihr Blick ruhte abwechselnd auf Danforth und Abby. Dann öffnete sie tatsächlich noch einmal den Mund.

“Das stimmt. Aber es bringt nur etwas, wenn der andere auch hören kann was man versucht zu sagen.”

Und dann ging sie, schloss leise die Tür hinter sich.
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