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 Fähigkeiten / Psionik

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Laura
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BeitragThema: Fähigkeiten / Psionik   Mo Sep 04, 2017 9:12 pm

Fähigkeiten / Psionik

Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal. Wir spielten damals im Kirchhof, beim Pfarrhaus wo die Weinranken an dem weißen Gemäuser bis zum Dach hinaufwuchsen. Ich war gerade elf, Mary dreizehn und Susan muss acht gewesen sein. Rose war vier und mehr eine lästige Plage als eine niedliche kleine Schwester. Eine ganze Horde Mädchen hatte sich nach der Sonntagsschule zusammengefunden und es gab nichts was wir mehr liebten als und gegenseitig Aufgaben zu stellen. Die Regeln waren einfach. Ein Mädchen forderte das andere heraus. Erledigte die Herausgeforderte die Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit, so durfte sie von der Besiegten einen Knopf verlangen und den ihrer eigenen Knopfsammlung einverleiben. Knöpfe sammeln war damals groß in Mode.

Maisie Doyle hatte bereits eine Rose aus dem Garten des alten Mannes mit dem Schlapphut gestohlen. Jane Sanders hatte sich geweigert ihren neuen Pettycoat vor zu zeigen und Moira O’Connor hatte zur Strafe für eine solch gemeine Aufgabe selbst einen Regenwurm in den Mund nehmen müssen. Als ich schließlich an die Reihe kam war von meinen Schwestern nur noch Susan übrig, denn Mary hatte sich entschlossen die quängelnde Rose zu unseren Eltern zu bringen. Sara Doyle durfte mir eine Aufgabe stellen - und wie es sich traf, hatte ich mich erst letzte Woche geweigert einige meiner schönsten Knöpfe mit ihr zu tauschen. Wie trivial die Sorgen der Kindheit sind, aus denen große Dinge wie Freundschaft oder Feindschaft erwachsen.
Sarah, die wusste, dass mir Höhen nicht sonderlich gut bekamen, forderte mich auf an dem Gitter der Weinranken nach oben zu klettern und über den First des Pfarrhauses zu laufen. Eine Aufgabe, die von anderen Mädchen als unnötig gefährlich und daher unfair eingestuft wurde.
Doch die Regeln waren eindeutig. Ich hätte Sara einen Knopf geben müssen und meine Chance ihn zurückzugewinnen standen schlecht.

Mary hätte sich geweigert. Aber ich war zumindest damals weniger vernünftig als meine große Schwester und besonders Sara Doyle war mir ein Dorn im Auge.

Also stieg ich das Gitter hinauf. Das Pfarrhaus war klein und windschief und der First mindestens eine Hand breit. Ich konnte gut balancieren und bis ich oben ankam, bereute ich meinen Wagemut keineswegs. Erst als ich, die Arme wie im Circus ausgebreitet, die ersten Schritte auf das Dach setzte, sank mir das Herz in die Stiefel.
Unten konnte ich die anderen Mädchen flüstern hören. Doch ich achtete nicht auf sie, sondern versuchte nur schnurstracks einen Fuß vor den anderen zu setzen, den Kopf stolz erhoben und gerade nach vorne schauend.


Vielleicht hätte ich es sogar geschafft, wenn nicht der Pfarrer in dem Moment auf den Kirchhof gekommen wäre und vor Überraschung laut aufgeschrien hätte.

Ich erschrak und geriet ins Taumeln wie ein aufgescheuchtes Huhn. Hilflos ruderte ich einen Moment mit den Armen, ehe meine Stiefel vom First und das gedeckte Dach entlang rutschten. Die spitzen Schreie der Mädchen drangen von der anderen Seite des Hauses wie Nadeln auf mich ein. Susan erzählte später, ich habe keinen laut von mir gegeben während ich vom Dach fiel.

Wie fühlte es sich an? Ich weiß noch, dass ich dachte es sei ein wenig wie auf dem zugefrorenem Fluss auszurutschen. Es tat nicht weh. Ich spürte keine rauen Dachschindeln. Da war nichts. Und als ich auf dem bekiestem Weg aufschlug, war da nichts. Kein Schmerz. Nur wieder dieses seltsame Gefühl.

Als der Pfarrer und die Mädchen herbei gerannt kamen, saß ich ganz still da. Niemand wollte mir glauben, dass ich mir nichts getan hatte und selbstverständlich ließ der Pfarrer sich nicht davon abbringen mich nach Hause zu tragen.

Aber mir fehlte nichts. Nicht mal mein Sonntagskleid hatte einen Riss bekommen.

Am nächsten Tag ging ich alleine wieder zurück zum Pfarrhaus. Ich ging um das Haus herum an die Stelle an der ich auf den Weg hinuntergefallen war und sah mich gründlich um. Weshalb hatte ich mich nicht verletzt? Was war das für ein seltsames Gefühl gewesen? Es dauerte ein paar Minuten bis ich die Steine bemerkte. Sie lagen nicht auf dem Weg wo sie hätte sein soll. Ein steinloser Kreis war dort wo ich vom Dach hinuntergestürzt war, beinah als hätte eine seltsame Machte sie bei Seite gestoßen.

[...]

Während der nächsten Jahre geschah es noch einige Mal. Seltsame Kraftfelder, unsichtbar - am auffälligsten war es, als ich mit achtzehn Jahren auf dem Weg zur Bibliothek in Harvard von einer Kutsche beinahe angefahren wurde.

Aber wäre es nur das gewesen, dann hätte ich diese seltsamen Kräfte noch besser ignorieren können.

Es waren schon immer die anderen, die seltsamer und unverständlicher waren und so subtil, dass ich sie gar nicht recht verstand.

Wie soll man beschreiben wie es sich anfühlt die Gedanken anderer zu lesen, den Geist anderer zu verwirren - ihm vorzugaukeln er wäre stärker oder geschickter oder klüger als er eigentlich sei.

Ich weiß nur, dass die Menschen um mich herum es hin und wieder gespürt haben müssen wie mein Geist sich ausdehnte um sie auf die eine oder andere Art zu berühren.

Und ich dachte, ich sei verrückt. Wie oft habe ich versucht mir einzureden, dass ich mir das alles nur einbilde - die fremden Gedanken oder Bilder in meinem Kopf die nicht mir gehörten. Ich habe gelernt sie auszuschließen. Ich habe gelernt meine Fähigkeiten nicht zu nutzen. Aber trotzdem waren sie stets da, auch wenn ich sie nicht recht kontrollieren konnte.

Ich spürte, wenn ein Schüler mich belog.
Ich war in Prüfungen zu unglaublichen Gedächtnisleistungen in der Lage, wenn auch nur kurz.

Es war alles so seltsam … wie anders ist es jetzt, da ich begonnen habe zu verstehen - nicht mehr kontrolliert zu werden, sondern meine Kräfte beherrsche. Seit ich meine Fähigkeiten einsetze, sind sie so viel stärker geworden. Das wichtigste ist, dass ich sie beherrsche. Ich muss mich kontrollieren. Ich muss meine Kräfte kontrollieren.

Manchmal, wenn meine Gefühle zu stark sind und ich mich nicht beherrschen kann, bricht es heraus.

Ich habe Angst vor dem was passieren könnte, wenn ich meine Kräfte nicht kontrolliere.
Aber noch mehr fürchte ich es, dass andere Angst vor mir entwickeln könnten.

Ich erinnere mich daran wie es sich anfühlt sich niemanden an zu vertrauen.
Ich erinnere mich daran wie es sich anfühlt zu glauben man sei verrückt.
Ich erinnere mich an die Blicke der anderen wenn ich die Kontrolle verliere.
Ich erinnere mich an die Worte des Reverends, die mich mehr verletzt haben als ich zugeben mag: ich habe Angst vor Ihnen und ich habe Angst vor Ihren Kräften.

Aber Angst bringt mich nicht weiter. Kontrolle. Ein klarer Verstand. Beherrschung. So schule ich meine Kräfte und verliere nicht die Kontrolle über meinen eigenen Geist.
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